Schwanger auf dem Fahrrad: Ja, bitte!

    16. Juni 2017, 16:27
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    Viele Frauen lassen das Fahrrad in der Schwangerschaft lieber stehen. Das ist in gesundheitlicher Hinsicht nicht unbedingt eine kluge Entscheidung, sagen Experten

    Eine aktuelle britische Studie hat nach den Gründen gefragt, warum viele Frauen mit Babybauch, die vor der Schwangerschaft regelmäßig mit dem Fahrrad gefahren sind, den Drahtesel nun lieber stehenlassen. Ein Hauptgrund seien die "nicht eindeutig formulierten" oder "von übertriebener Vorsicht geprägten" Empfehlungen in Gesundheitsratgebern und von Hebammen oder Geburtshelfern, heißt es in der im "Journal of Transport & Health" veröffentlichten Studie. Der völlige Verzicht auf das Fahrrad würde schwangere Frauen aber um einen wertvollen gesundheitlichen Nutzen bringen.

    Bewegung für Mutter und Kind

    Schon lange ist bekannt, dass moderate Bewegung für die werdende Mutter und das ungeborene Kind überaus wichtig ist. Sie hilft nachweislich gegen Übelkeit, reduziert die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt und hebt die Stimmung. Dennoch ist Radfahren aus den Bewegungsempfehlungen für Schwangere häufig ausgenommen. Es gebe keine verlässlichen Empfehlungen, an die sich schwangere Frauen bezüglich Radfahren halten können, kritisiert Studienautorin Davara Lee Bennett von der London School of Hygiene & Tropical Medicine. "Und das, obwohl der gesundheitliche Nutzen des Radfahrens ganz eindeutig ist."

    Keine Zeit für Hochleistung

    Selbstverständlich sollten Schwangere, die Rad fahren wollen, einige Dinge beachten, damit der gesundheitliche Nutzen der Bewegung überwiegt: Generell sollte die Schwangerschaft keine Zeit für Hochleistung oder leistungssteigerndes Training sein. Und wer vor der Schwangerschaft nicht regelmäßig geradelt ist, sollte nicht gerade jetzt damit beginnen. Die Bauart des Rades sollte außerdem auf den Babybauch und das sich möglicherweise verändernde Gleichgewichtsgefühl der Fahrerin abgestimmt sein.

    Lieber Holland- statt Herrenrad

    Die Schwangerschaft ist also eher die Zeit des Hollandrades mit bequemem Sattel als des minimalistischen Herrenrades. Statt gefährlicher und verkehrsreicher Routen sollte man besonders in der Schwangerschaft nervenschonende Radwege wählen – auch wenn die Fahrt dann möglicherweise einige Minuten länger dauert. Die Erfahrung, dass der Weg das Ziel sein kann – auch das ist gewissermaßen eine wertvolle Vorbereitung auf das Leben mit Kind. (red, 16.6.2017)

    • Beachtet man einige Dinge, ist Radfahren in der Schwangerschaft sogar überaus empfehlenswert. Statt des schnittigen Herrenrads darf es jetzt aber das bequeme Hollandrad sein.
      foto: getty images/istockphoto/aleksandarnakic

      Beachtet man einige Dinge, ist Radfahren in der Schwangerschaft sogar überaus empfehlenswert. Statt des schnittigen Herrenrads darf es jetzt aber das bequeme Hollandrad sein.

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