Renault Koleos: Der Spätberufene

23. Juni 2017, 15:08
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Renault Koleos. Das war bisher eher ein Flop – den Samsung-SUV wollte in Europa kaum wer. Der Neue basiert auf einer Plattform, die neben Renault auch Nissan nutzt.

Helsinki – Passt das Wetter in diesen Tagen rund um die Sommersonnenwende, hat man in des Nordens weißen Nächten kaum ein Sensorium für was anderes. Passt es nicht so perfekt, wendet man die Aufmerksamkeit Nebensächlichkeiten zu. Die Neben- ist in dem Fall die Hauptsächlichkeit, Renault lud zum Kennenlernen des neuen Koleos, und so haben wir ihn bei Regen und gedämpften Temperaturen kennengelernt.

foto: renault
Selbstbewusst, sehr markant kommt der neue Koleos daher. In Sachen Technik, Fahrgefühl, Wohnlichkeit und Komfort toppt er den Vorgänger um Welten. Jetzt muss er sich nur mehr gegen harte Konkurrenz beweisen.

Erster Eindruck: Ja, so könnte es funktionieren. Bisher krankte das Thema Koleos ja mehr oder weniger an vorsätzlicher Kaufverweigerung der Europäer – die wollten den Rhombus-Samsung aus Korea partout nicht, zumal es in der Liga bessere, deutlich bessere Angebote aus Europa, Japan und Korea gab – oft fiel das G-Wort: Gurke.

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Das wird man ab sofort nicht mehr hören, jedenfalls nicht berechtigterweise. Denn der Neue, der den Alten in der Länge um 15 cm toppt, ist ein konkurrenzfähiger SUV. Anders als der einzige französische Gegner, der Peugeot 5008, verfügt er sogar über Allrad, und das ist 1.) in dieser Liga auch erforderlich, anders als mit Captur oder 2008 bewegt man sich mit so einem Auto schon einmal auch außerhalb der Stadtgrenzen, und liegt 2.) am Organspender Nissan.

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Weil: Der Koleos wird zwar erneut in Korea (Busan) gebaut, basiert aber auf der CMF-Plattform (Common Module Family) von Renault-Nissan, auf der sich auch schon Renault Espace, Talisman und Kadjar finden – und nissanseitig Qashqai und X-Trail. Von Letzteren übernimmt er den bewährten zuschaltbaren Allrad.

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Überhaupt kann man davon ausgehen, dass viel X-Trail im Koleos steckt, nämlich dort, wo man nicht hinsieht: Der Radstand ist mit 2,71 m ident, Länge (4,67 m vs. 4,64 m) und Breite (1,84 m vs. 182 m) sind es fast, auch das Kofferraumkonzept (498-1706 l) erinnert an Nissan. Eine 7-sitzige Version wie dort gibt es im Koleos aber nicht.

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Innen die typische aktuelle Renault-Bedienlandschaft.

Design und Innenraum indes sind eindeutig Renault, und das Fahrwerk ist zwar recht straff abgestimmt, hat aber hohe Komfortreserven. Außen gibt sich der Koleos markant, selbstbewusst, innen findet sich jene Neuinterpretation von französischem Flair, das man von Espace und Talisman kennt. Also durchaus Wohlfühlatmosphäre. Und das Bedienkonzept mit hochgestelltem Touch-Tablet ist schon sattsam bekannt.

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Schmal ist die Auswahl beim Antrieb. Es gibt einen 130-PS-Diesel mit Frontantrieb (und leichten Traktionsproblemen) sowie einen 177-PSigen mit Allrad (bombensicher bei jeder Witterung). Fertig. Und jetzt klart es auf, wir widmen uns wieder Mittsommerfinnland. Und den 1000 Seen. (Andreas Stockinger, 23.6.2017)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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