Mini Countryman Cooper S: Von wegen Landmann

30. Juni 2017, 10:33
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Mit dem Countryman mischt Mini im SUV-Segment mit, und gibt sich trotzt Allrad recht urban

Wien/Burgenland – Naturbursch, nehme ich an, würde Mini seinen Countryman gerne ins Deutsche übersetzt wissen. Klar, Landmann, das erinnert den Wiener doch eher an grantige Kellner in einem gediegenen Kaffeehaus. Und abseits von Wien ist der Landmann wohl auch kein Prädikat, das man sich gerne umhängt.

foto: guido gluschitsch

Countrysman, das hätte bis unlängst noch gepasst – Landsmann. Weil er ja in der letzten Generation noch in der Steiermark vom Band lief. Aber das ist inzwischen auch vorbei.

foto: guido gluschitsch
Mini Countryman Cooper. Eher ein Stadtflitzer als ein Landmann, herrlich straff und direkt. Die Abstimmung erinnert eher an einen Sport- als einen Geländewagen. Dazu passen auch die fast 200 PS.

Im Frühjahr kam die neueste Version des Mini Countryman auf den Markt. Und der Neue ist nicht nur kein Steirer mehr, sondern das letzte Futzerl Mini hat er auch abgelegt, wenn es um seine Größe geht. 20 Zentimeter wurde er länger, drei Zentimeter breiter. Das heißt aber auch, dass mehr Gepäck ins Auto passt. 220 Liter gehen jetzt mehr hinein. Ein Lastkraftwagen will der Countryman trotzdem nicht sein. Neu ist auch das frischere Design, auch wenn der Countryman immer noch so knuffig dreinschaut, dass man ihn fast in die Arme nehmen möchte.

foto: guido gluschitsch

Unser Countryman allerdings, der 192 PS starke Cooper, nimmt lieber die Füß in die Händ und zeigt sich außerordentlich sportlich. Erst recht, wenn man den Sportmodus aktiviert. Dann ist der SUV-Mini brettlhart, brummig laut und hat ein Fahrverhalten, das eher zu einem Coupé passt. Das steht diesem Mini aber eh sehr gut – besser als die Idee, ihn im Gelände zu versenken. Obwohl er das mit dem Allrad eh auch nicht schlechter macht als jeder andere SUV, mit dem er konkurriert.

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Obwohl, eigentlich stehen dem Countryman nicht einmal Schotterwegerl. Dass man zur Herrgott-Schnitzel-Hütte rauffährt, ist schon das Höchste der Gefühle, hauen einem ja schon die liegenden Polizisten die lockeren Plomben aus dem Gebeiß.

foto: guido gluschitsch

Zudem ist der Countryman für einen "Naturburschn" einfach viel zu schickimicki. Leder da, Infotainment mit online hier und Mini-Logo auf der Straße als Beleuchtung, wenn man die Tür aufmacht. Das kostet natürlich. Für unseren Testwagen legt man mehr als 55.000 Euro hin. Also vielleicht doch Landadel statt Landmann. "Mini Landed Gentry". Kleiner Landadel. Naja ... (Guido Gluschitsch 30.6.2017)

foto: guido gluschitsch

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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