Netflix gibt sich für Netzneutralität doch wieder kämpferisch

    16. Juni 2017, 11:04
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    Positionierung kommt nach Aussagen des CEO Reed Hastings, dass Netzneutralität nicht mehr so wichtig sei

    Erklärte Chef Reed Hastings vor wenigen Wochen noch, dass Netzneutralität "nicht mehr wichtigster Kampf" des Unternehmens sei, gibt man sich nun doch wieder kämpferischer. In den USA droht die Regulierungsbehörde FCC die 2015 eingeführten strikten Regeln zur Netzneutralität wieder aufheben. Der Streaminganbieter hat sich einer Gruppe von Unternehmen angeschlossen, die das verhindern wollen.

    Aktionstag am 12. Juli

    "Netflix wird dem Kampf für Netzneutralität nie entwachsen. Jeder verdient ein offenes Internet", wurde über den offiziellen Twitter-Account von Netflix nun bekannt gegeben. Mit dem Tweet verlinkt das Unternehmen auf die Website Battleforthenet.com, wo online gegen die geplante Aufhebung der Netzneutralitätsregeln protestiert wird.

    Zahlreiche Unternehmen haben sie dafür zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem Amazon, Kickstarter, Mozilla, Reddit, Pornhub und auch Netflix. Für den 12. Juli wurde ein Aktionstag angekündigt. Auf der Website heißt es dazu: "Die FCC will die Netzneutralität zerstören und großen Internetanbietern die Kontrolle darüber geben, was wir online sehen und tun können. Wenn sie ihren Willen bekommen, werden Drosseln, Blockieren, Zensieren und Zusatzgebühren erlaubt. Am 12. Juli wird das Internet zusammenkommen, um sie aufzuhalten."

    Neuer FCC-Chef will Regeln aufheben

    Netflix hatte sich zwar schon 2014 für die Einführung strenger Richtlinien ausgesprochen, wie sie unter US-Präsident Barack Obama und dem ehemaligen FCC-Chef Tom Wheeler schließlich auch eingeführt wurden. Doch in jüngster Zeit deuteten Hastings Aussagen zu dem Thema in eine andere Richtung. Der neue von Donald Trump einberufene FCC-Chef Aiit Pai will die Regeln aufheben. Im März sagte Hastings dazu, dass er sich über Netzneutralität nicht zu sehr den Kopf zerbreche, da es keine große Gefahr für sein Unternehmen gebe. Man sei schlicht nicht groß genug, um die Deals zu bekommen, die man wolle.

    Zu "The Verge" sagte eine Sprecherin, dass es sich nun nicht um einen Richtungswechsel handle, Netflix positioniere sich nun aber deutlicher. (red, 16.6.2017)

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      foto: apa/afp/ryan anson
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