USA verlegen Raketenartillerie nach Syrien

15. Juni 2017, 21:34
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Moskau protestiert gegen Stationierung in Al-Tanaf nahe der Grenze zum Irak

Damaskus – Russland hat den USA vorgeworfen, in Syrien Raketen stationiert zu haben, die gegen die Armee von Machthaber Bashar al-Assad eingesetzt werden könnten. Die Stationierung jeglicher Art ausländischer Waffen auf syrischem Gebiet müsse von der Regierung des "souveränen Staates" genehmigt werden, kritisierte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag.

Der "Washington Post" zufolge verlegte die US-Armee zwei Raketenwerfersysteme des Typs Himars (High Mobility Artillery Rocket System) nach Al-Tanaf nahe der Grenze zum Irak und zu Jordanien. Nahe der jordanischen Grenze habe die US-geführte Koalition laut Moskau wiederholt Truppen der syrischen Armee angegriffen, die dort gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kämpften.

Moskau befürchtet weitere Angriffe

Es sei "nicht schwer, sich vorzustellen, dass solche Angriffe fortgesetzt werden könnten, aber dieses Mal mit Hilfe des Himars-Systems", erklärte das Moskauer Verteidigungsministerium. Es stelle sich die Frage, was die "wahren Ziele" der USA in Syrien seien und gegen wen das US-Militär kämpfe.

In Al-Tanaf bildet die US-geführte Koalition syrische Einheiten für den Kampf gegen den IS aus. Im Umkreis von 55 Kilometern hat die Koalition eine Schutzzone eingerichtet. Jedes Eindringen fremder Einheiten in diese Zone wertet die Koalition als Bedrohung.

Der US-Stützpunkt im syrischen Al-Tanaf

Erst in der vergangenen Woche hatte die US-geführte Militärkoalition in der Region regierungstreue Einheiten bombardiert. Der Luftangriff habe einer Gruppe von "mehr als 60 Soldaten" gegolten, die "eine Bedrohung" für die Koalitionstruppen in al-Tanaf gewesen seien, teilte das Bündnis in Washington mit.

In jüngster Zeit haben die Spannungen rund um al-Tanaf zugenommen. Hintergrund ist der Konflikt darum, wer den Kampf gegen die IS-Jihadisten im Osten Syriens anführt. Assad will verhindern, dass die USA hierbei an Einfluss gewinnen. (APA, AFP, 15.6.2017)

  • "Himars" im Einsatz. Das System hat eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern.
    foto: apa/epa/petra news agency

    "Himars" im Einsatz. Das System hat eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern.

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