RB Salzburg: Trainer Garcia zu St. Etienne, Rose übernimmt

15. Juni 2017, 18:21
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Deutscher ersetzt den Erfolgscoach. Mit der U19 triumphierte Rose in der Uefa-Youth-League

Der Abschied von Oscar Garcia als Trainer von Red Bull Salzburg ist seit Donnerstagabend offiziell. Der Katalane verlässt den Fußball-Doublegewinner und wechselt zum französischen Oberhaus-Club AS Saint-Etienne. Sein Nachfolger wird der Deutsche Marco Rose, der im April mit dem U19-Team der "Bullen" die UEFA Youth League gewonnen hat. Der 40-Jährige erhält einen Zweijahres-Vertrag.

Schon seit Tagen war der Abgang von Oscar zum Achten der abgelaufenen Ligue-1-Saison ein offenes Geheimnis. Für höhere Aufgaben empfohlen hatte sich der 44-Jährige in seinen eineinhalb Jahren in Salzburg mit je zwei Meistertiteln und Cupsiegen. Sein Vertrag wäre noch bis 2018 gelaufen, daher dürfen sich die Mozartstädter über eine ansehnliche Ablösesumme – kolportiert wird rund eine Million Euro – freuen.

Tatendrang

Nachfolger Rose sprüht bereits vor Tatendrang. "Ich freue mich sehr auf die bevorstehende Aufgabe. Ich bin nun seit vier Jahren beim FC Red Bull Salzburg und kann mich mit dem eingeschlagenen Weg zu 100 Prozent identifizieren. Unser Ziel muss es weiterhin sein, junge Spieler zu entwickeln, zugleich wollen wir aber auch mit attraktivem und erfolgreichem Fußball überzeugen", wurde der Deutsche in einer Club-Aussendung zitiert.

Rose ist seit 2013 in der Jugendabteilung der "Bullen" tätig und gewann mit deren U19-Auswahl im April die UEFA Youth League. Außerdem führte er vor wenigen Wochen Salzburgs U18 zum Meistertitel in der ÖFB-Jugendliga. Als Profi hatte Rose als Verteidiger unter anderem für den VfB Leipzig, Hannover 96 und den FSV Mainz 05 gespielt. Im Erwachsenen-Fußball war Rose lediglich vor seiner Red-Bull-Zeit beim deutschen Regionalligisten Lok Leipzig im Einsatz.

Der neue Cheftrainer nimmt Rene Maric als Assistenzcoach und Patrick Eibenberger als Athletik-Trainer aus Salzburgs U18-Team zu den Profis mit. Rene Aufhauser bleibt Co-Trainer, auch Tormanntrainer Herbert Ilsanker behält seinen Posten.

Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund hält große Stücke auf Rose. "Wir sind überzeugt, dass Marco mit seinem Team alles mitbringt, um den erfolgreichen, eingeschlagenen Weg des FC Red Bull Salzburg weiterzuführen und brennen alle schon darauf, wenn es am Montagnachmittag mit der Sommervorbereitung für die Saison 2017/2018 losgeht", sagte Freund in der Vereins-Mitteilung.

Ausrichtung Champions League

Am Freitag absolviert Freund gemeinsam mit Rose eine Pressekonferenz, drei Tage später ist der Trainingsstart angesetzt. Ebenfalls am Montag erfolgt auch die Auslosung für die zweite Runde der Champions-League-Qualifikation, in der Salzburg gesetzt ist.

Die Teilnahme an der "Königsklasse" blieb den Mozartstädtern auch unter Oscar verwehrt – dafür holten sie in den 18 Monaten unter dem Katalanen alles, was auf nationaler Ebene zu gewinnen war. In der Europa League jedoch kam im vergangenen Dezember schon in der Gruppenphase das Aus. Nun erhielt Oscar beim französischen Rekordmeister Saint-Etienne (zehn Titel, der bisher letzte 1981), wo Ex-Rapidler Robert Beric engagiert ist, einen Vertrag bis 2019. (APA, 15.6.2017)

Die Trainer von Fußball-Double-Gewinner Red Bull Salzburg seit dem Einstieg von Red Bull 2005 und ihre Erfolge:

Juli 2005 – Ende Mai 2006: Kurt Jara (AUT)

Anfang Juni 2006 – Ende April 2008: Giovanni Trapattoni – Meister 2007

Mai 2008 – 15. Juni 2009: Co Adriaanse (NED) – Meister 2009

15. Juni 2009 – 8. April 2011: Huub Stevens (NED) – Meister 2010

8. April 2011 – 12. Juni 2012: Ricardo Moniz (NED) – Double 2012

1. Juli 2012 – 31. Mai 2014: Roger Schmidt (GER) – Double 2014

1. Juni 2014 – 15. Juni 2015: Adi Hütter (AUT) – Double 2015

22. Juni 2015 – 3. Dezember 2015: Peter Zeidler (GER)

3. bis 28. Dezember 2015: Thomas Letsch (GER/interimistische Lösung)

Jänner 2016 – 15. Juni 2017: Oscar Garcia (ESP): Double 2016 und 2017

ab 15. Juni (Vertrag bis 2019): Marco Rose (GER)

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