Pipeline durch Sioux-Gebiet: Trump gab grünes Licht, Richter ordnet Prüfung an

15. Juni 2017, 15:02
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Trump hatte im Jänner grünes Licht für die Dakota-Access-Pipeline gegeben

Washington – Ein US-Bundesrichter hat eine Überprüfung des Betriebs der Ölleitung Dakota-Access-Pipeline angeordnet, die durch ein Stammesgebiet der Sioux verläuft. Die Entscheidung des Richters James Boasberg vom Mittwoch (Ortszeit) lässt die Möglichkeit offen, dass die seit Mai betriebene Pipeline stillgelegt werden könnte.

US-Präsident Donald Trump hatte im Jänner per Dekret grünes Licht für den Betrieb der Dakota-Access-Pipeline gegeben. Richter Boasberg entschied, dass die Ingenieure der US-Armee bei ihren Planungen für die Pipeline die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt nicht hinreichend berücksichtigt hätten. Der Stamm der Standing Rock Sioux und der Nachbarstamm der Cheyenne River Sioux hatten gegen den Betrieb der Pipeline Beschwerde eingelegt. Die Dakota-Access-Pipeline ist bei einer Länge von 1.886 Kilometern ein Projekt mit einem Schätzwert von 3,8 Milliarden Dollar (rund 3,4 Milliarden Euro).

Die Sioux haben in dem betroffenen Gebiet heilige Stätten. Sie sind nicht nur über die Entweihung des Landes empört, sondern befürchten zudem, dass ihr Trinkwasser durch Lecks aus der Leitung verseucht werden könnte. Ein von Indianern und anderen Aktivisten errichtetes Protestcamp auf der Route der Dakota-Access-Pipeline hatten die Demonstranten im Februar geräumt, nachdem ihnen von den Behörden ein Ultimatum gestellt worden war.

Richter Boasberg ordnete an, dass die US-Armee die Umweltaspekte der Pipeline überprüfen muss. Für den kommenden Mittwoch wurde ein weiterer Gerichtstermin anberaumt, bei dem über das weitere Verfahren entschieden werden soll. (APA, 15.6.2017)

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