ORF beweist im Sommer die "kulturelle Großmacht" Österreich

15. Juni 2017, 11:44
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Übertragungen von Festivals sorgen in den kommenden Wochen für 500 Stunden Kulturprogramm im ORF

Wien – Wenn Barbara Rett innerhalb weniger Wochen gleich zweimal quer durch ganz Österreich reist, dann ist Festspielsommer im ORF. Die Kultur-Moderatorin und ihre Kollegen bringen zwischen Bregenz, Salzburg, Grafenegg und St. Margarethen in Summe rund 500 Stunden Kultur in TV und Radio. Am Mittwoch stimmten sich ORF und Kulturmacher bei einem Pressetermin in Wien gemeinsam auf den Sommer ein.

"Österreich ist eine kulturelle Großmacht", betonte etwa die Salzburger Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler. Und der ORF liefere für diese Behauptung den Beweis. Aus Salzburg wird ins Fernsehen etwa Anna Netrebkos seit Monaten ausverkauftes Debüt als "Aida" unter Riccardo Muti und in der Regie der iranischen Filmkünstlerin Shirin Neshat übertragen. Intendant Markus Hinterhäuser berichtete von einem "strengen, minimalistischen" Konzept Neshats und verwies auf die "bestmögliche musikalische Besetzung". Ebenfalls ins Fernsehen kommt unter anderem die Eröffnungsoper, Mozarts "La Clemenza di Tito", aus der Felsenreitschule.

BBC abgehängt

Einen programmierten Publikumsschlager hat man auch bei den Bregenzer Festspielen mit Bizets "Carmen" auf der Seebühne im Programm, die ebenfalls auf ORF 2 ausgestrahlt wird – neben den reinen Übertragungen liefert man allerdings sowohl aus Salzburg wie aus Bregenz zahlreiche Porträts, Dokus, Gespräche und Hintergründe. Das Duell mit der BBC, das ORF-Generaldirektor und deklarierter Opernliebhaber Alexander Wrabetz seit einigen Jahren um das größere kulturelle Angebot führte, hat er mittlerweile so klar gewonnen, "dass sie ausgestiegen sind. Da konnte jetzt auch die BBC nicht mehr mit", freute sich Wrabetz. Programmdirektorin Kathrin Zechner ließ sich von der allgemeinen Vorfreude mit Poesie anstecken und sah das "Netz der Kultur über ganz Österreich schon in den schönsten Sommerfarben der Berge und Seen glitzern". Für den ORF sei es ein Privileg, auf ein so reichhaltiges Angebot in allen Bundesländern zurückgreifen zu können.

Die "Vielarbeiter", so Rett, sind dabei freilich die Kultur-Flaggschiffe Ö1 – wird mit 160 Übertragungen von 35 sehr unterschiedlichen Festivals für Ö1-Chef Peter Klein wieder zum "Festspielsender" – und ORF III. Dort überträgt man etwa auch die Bregenzer Rarität "Moses in Ägypten" von Rossini, die unter anderem mittels experimentellem Puppentheater umgesetzt wird. "Für solche Versuche sind Festspiele da", unterstrich die Bregenzer Festspielintendantin Elisabeth Sobotka. ORF III produziert aber auch abseits der Großfestivals – etwa "Klassik in den Alpen" mit Elina Garanca, "Klassik am Dom" mit Martin Grubinger oder gemeinsam mit der styriarte. Der Startschuss zum ORF-Kultursommer fällt schon kommende Woche in Grafenegg: Am 23. Juni überträgt ORF 2 die "Sommernachtsgala" mit Aida Garifullina, Khatia Buniatishvili und Dmitri Hvorostovsky. (APA, 15.6.2017)

  • In Grafenegg geht es los: Am 23. Juni überträgt ORF 2 die "Sommernachtsgala".
    foto: orf/hans leitner

    In Grafenegg geht es los: Am 23. Juni überträgt ORF 2 die "Sommernachtsgala".

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