Uno: Hohe Zahl ziviler Opfer durch Luftschläge in Raqqa

14. Juni 2017, 13:15
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Zivilisten trotz Sicherheitszonen in Syrien in großer Gefahr

Raqqa/Genf – Luftangriffe der von den USA unterstützten Anti-IS-Koalition auf die syrische Stadt Raqqa haben den Vereinten Nationen zufolge zu massiven Verlusten in der Zivilbevölkerung geführt.

Dies hätten Ermittlungen zu Kriegsverbrechen ergeben, teilte die Uno am Mittwoch mit. Vor einer Woche hatte das Rebellenbündis SDF eine Offensive zur Vertreibung der radikalislamischen IS-Miliz aus ihrer syrischen Hochburg begonnen. Dabei wurden sie durch Angriffe von Militärflugzeugen unterstützt. Die kurdischen Milizen rückten von drei Seiten auf die Stadt vor. Der IS ist auch im Irak unter Druck, wo die Armee seit Jänner mit US-Unterstützung große Teile Mossuls zurückerobert hat.

"Brutal und verwerflich"

Das Leid der Bevölkerung Syriens ist auch sechs Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs dramatisch. "Die Kämpfe bleiben brutal in ihrer Absicht und verwerflich in ihrer Methode", sagte der Leiter der Syrien-Kommission, Paulo Pinheiro, am Mittwoch vor dem Menschenrechtsrat in Genf. Die UN konnten demnach dieses Jahr erst eine einzige Hilfslieferung in eine der Sicherheitszonen bringen.

Außerhalb der Deeskalationszonen tobe der Konflikt mit verheerenden Konsequenzen für die Zivilisten weiter. Angriffe auf Ärzte und Kliniken haben laut Uno genauso wenig aufgehört wie Selbstmordattentate und Luftangriffe auf Wohnviertel. Während die Gewalt in den Sicherheitszonen im Gebiet von Idlib und Westaleppo reduziert werden konnte, stehen andere Gegenden weiter unter Beschuss. Die Feindseligkeiten gegen die Bevölkerung gingen in der Provinz Homs sowie in den Städten Damaskus und Daraa unvermindert weiter.

Russland hatte mit den Regionalmächten Türkei und Iran im Mai Sicherheitszonen und eine Feuerpause in Syrien vereinbart. Das sollte der Anfang für eine stabile Waffenruhe sein, um letztlich ein Ende des Bürgerkriegs und eine politische Lösung zu erreichen. Trotzdem kommt es immer noch zu Kämpfen und Luftangriffen. Bisher hat der Krieg mehr als 400.000 Tote gefordert. (APA, Reuters, 14.6.2017)

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