Ronaldo stemmt sich gegen seinen Absturz

14. Juni 2017, 12:50
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Ruf und Freiheit wegen Vorwurfs des Steuerbetrugs in Gefahr – Anwalt und Manager beteuern Ronaldos Unschuld

Madrid – Cristiano Ronaldo kämpft nach den schweren Vorwürfen des Steuerbetrugs um seinen Ruf und seine Freiheit. Der Weltfußballer, der sich gerade mit Europameister Portugal auf den Confederations Cup vorbereitet, ließ seine Anwälte und Manager gleich in mehreren Erklärungen seine Unschuld beteuern.

Spaniens Medien und viele von der Anzeige der Staatsanwaltschaft gegen Ronaldo geschockte Fans konnte er damit aber nicht überzeugen. Sogar "As", das Hausblatt seines Vereins Real Madrid, stellte Ronaldo an den Pranger. "Es ist weder verständlich noch akzeptabel, dass die Stars, die Unsummen verdienen, den Fiskus umdribbeln", schrieb "As"-Direktor Alfredo Relano. Ronaldo habe nicht nur die Finanzbehörden, sondern die gesamte Gesellschaft betrogen, kritisierte "La Vanguardia".

Heftige Vorwürfe

14,7 Millionen Euro soll der Torjäger hinterzogen haben, wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anzeige bei Gericht in Madrid feststellte. Ronaldo dürfte von dem Schritt der Strafverfolger am Dienstag am Rande des Trainings des portugiesischen Nationalteams in Oeiras bei Lissabon erfahren haben. Es dauerte jedoch einige Stunden, ehe seine Entourage am späten Dienstagabend den Konter startete.

foto: reuters/rafael marchante
Ronaldo betet ...

Manager Jorge Mendes ließ über sein Unternehmen Gestifute in Lissabon mitteilen, es sei "keine Betrugs- und keine Verschleierungsabsicht" vorgelegen. Auch sei – anders als von den spanischen Behörden behauptet – kein Unternehmensgeflecht zur Hinterziehung von Steuern geschaffen worden. Der Spieler sei vielmehr seinen gesamten Steuerpflichten in Spanien, zu denen die im Ausland erzielten Werbeeinnahmen nicht gehörten, nachgekommen.

Unschuldsbeteuerungen

Ronaldos Anwalt Antonio Lobo Xavier versicherte im Interview des TV-Senders SIC Noticias, sein Klient sei "Opfer einer Ungerechtigkeit". Das Thema der Bildrechte sei eine derart "komplizierte Materie", dass man bei Irrtümern nicht den Spieler, sondern allenfalls die Berater zur Rechenschaft ziehen müsse.

foto: apa/afp/patricia de melo moreira
... Ronaldo zweifelt ...

Im Jubelrausch nach dem Gewinn von Meisterschaft und Champions League trifft die Anzeige Ronaldo vermutlich schwer. Auf Fotos ist der 32-Jährige, der sonst gern mit seinen Kollegen herumalbert und Späße macht, mit sehr ernster, ja besorgter Miene zu sehen. So etwa auf der Titelseite des Massenblattes "Correio da Manha", das in großen Lettern Alarm schlägt: "Ronaldo von Gefängnis bedroht".

In der Tat: Der Verband der Steuerexperten des Finanzministeriums in Madrid teilte mit, der Spieler könne für sieben Jahre hinter Gitter wandern.

"CR14,7"

"CR7" – oder "CR14,7", wie mehrere spanische Zeitungen Ronaldo umtauften – soll laut Staatsanwaltschaft zwischen 2011 und 2014 Millioneneinnahmen "bewusst" am Fiskus vorbeigeschleust haben. Für den Steuerbetrug habe er im Jahr 2010 – ein Jahr nach seinem Wechsel von Manchester United zu Real – auf den Britischen Jungferninseln und in Irland ein Unternehmensgeflecht geschaffen. Ob es zum Prozess kommt, entscheidet nun der Ermittlungsrichter.

foto: reuters/rafael marchante
...und hin und wieder lacht Ronaldo.

Wenn er auf die Anklagebank muss und verurteilt wird, muss Ronaldo hoffen, dass er das Glück seines Erzrivalen Lionel Messi hat. Der Argentinier vom FC Barcelona wurde jüngst wegen Hinterziehung von 4,1 Millionen Euro nur zu 21 Monaten verurteilt. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten fast immer zur Bewährung ausgesetzt. (APA, 14.6.2017)

  • Cristiano Ronaldo soll 14,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.
    foto: reuters/rafael marchante

    Cristiano Ronaldo soll 14,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.

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