Passentzug: Australien will Sextourismus verhindern

14. Juni 2017, 11:25
53 Postings

Verurteilte Personen, die Kinder missbraucht haben, sollen nicht mehr ausreisen dürfen

Canberra – Als erstes Land der Welt will Australien gegen verurteilte Sexualstraftäter, die sich an Kindern vergangen haben, ein Ausreiseverbot verhängen. Künftig soll ihnen der Reisepass abgenommen werden können. Die konservative Regierung brachte dazu am Mittwoch in Canberra einen Gesetzentwurf ins Parlament ein. Damit könnten mindestens 3.200 verurteilte Personen an der Ausreise gehindert werden.

Dabei geht es insbesondere um den Schutz von Kindern in ärmeren asiatischen Ländern. Außenministerin Julie Bishop sagte bei der Einbringung des Gesetzentwurfs, Australien wolle damit ein "weltweit führendes Land beim Schutz von verletzbaren Kindern vor Sex-Tourismus" werden. Die bestehenden Regelungen hätten sich als unzureichend erwiesen.

Außenministerium für Passentzug zuständig

In der Vergangenheit hatten Taten von Australiern, die Kinder sexuell belästigt haben, in Ländern wie Thailand oder Kambodscha für Aufsehen gesorgt. Für den Entzug der Pässe wäre nach den Gesetzesplänen das Außenministerium zuständig. Gegen die Entscheidung könnte keine Berufung eingelegt werden.

Im vergangenen Jahr reisten nach offiziellen Zahlen mehr als 770 Verurteilte aus Australien aus, oft in asiatische Urlaubsziele, die nur wenige Flugstunden entfernt liegen. Bishop sagte, es gebe ein hohes Risiko, dass solche Straftäter in Ländern, in denen Sex mit Minderjährigen nicht so streng verfolgt werde, rückfällig würden. (APA, 14.6.2017)

    Share if you care.