Lobnig wagt Comeback unter Schmerzen

14. Juni 2017, 11:17
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Könnte "auf Rückenmuskulatur Gitarre spielen" – Olympia-Casting bei Männern

Poznan – Magdalena Lobnig und Birgit Pühringer im olympischen Einer, sowie Leichtgewicht Anja Manoutschehri vertreten Österreich ab Freitag beim Ruder-Weltcup in Poznan (Posen/Polen). Die Kärntnerin Lobnig gibt nach einer vor fünf Wochen im Training erlittenen Rückenverletzung und dem EM-Verzicht ihr Comeback, schmerzfrei ist sie nicht.

Die 26-jährige Lobnig laboriert an den Nachwirkungen einer Blockade im Lendenwirbelbereich, die von einer Rippe ausgegangen ist. "Meine Erwartungshaltung ist gleich null, weil meine Rückenmuskulatur gespannt ist wie eine Feder. Man könnte darauf Gitarre spielen", sagt die Olympia-Sechste von Rio. Ihr Physiotherapeut habe in den vergangenen Wochen Schwerarbeit geleistet.

Start problematisch

Start und Endspurt werden für Lobnig zur Herausforderung. "Ich kann am Start mit maximal 60 Prozent wegfahren, weil sofort der Schmerz einschießt, wenn ich vollen Druck aufs Blatt bringe. Sobald ich ins Fahren gekommen bin, geht es dann relativ gut. Aber wie es bei einem Spurt ist, weiß ich auch noch nicht."

Trainer Kurt Traer ist jedenfalls "wirklich gespannt, was da rauskommt, denn Magdi konnte im Training nie voll belasten". Vor dem Weltcup-Auftakt in Belgrad kämpfte Lobnig mit einer Nebenhöhlenentzündung und landete dennoch auf dem starken dritten Rang. Auf die EM-Titelverteidigung musste sie anschließend verzichten.

Änderungen bei Männern

Österreichs Männer sind erst beim dritten Weltcup von 7. bis 9. Juli in Luzern wieder mit dabei, die Brüder Paul und Bernhard Sieber wollen da im Zweier gemeinsam ins Geschehen eingreifen. Erst von 24. September bis 1. Oktober folgen die Weltmeisterschaften in Sarasota (Florida/USA).

Der Österreichische Ruderverband legte die Saisonplanung im Männerbereich anders an als sonst. Man ist auf der Suche nach den schnellsten Leichtgewichten, die im LG-Doppelzweier die Qualifikation für die Sommerspiele 2020 in Tokio schaffen sollen. Denn wie erwartet fiel der leichte Vierer kürzlich dem Rotstift des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zum Opfer. Da es somit bei Männern und Frauen damit nur noch je ein leichtes Boot bei Olympischen Spielen geben wird, drängen alle Athleten dieser Gewichtsklasse in den Zweier.

Auch in Österreich gibt es mehrere Anwärter für das eine mögliche Männer-Boot. Aus einem Pool von immer sechs Athleten, die allerdings variieren können, und mit Hilfe von Nationaltrainer Carsten Hassing in einer "Matrix" zusammengefassten Aufzeichnungen soll das perfekt harmonierende und schnellste Duo gesucht und gefunden werden. (APA, 14.6.2017)

  • Magdalena Lobnig feiert in Poznan ihr Comeback.
    foto: apa/helmut fohringer

    Magdalena Lobnig feiert in Poznan ihr Comeback.

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