Geschäftsmann fliegt 4.000 Kühe nach Katar ein

14. Juni 2017, 11:25
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Derzeit wird das Emirat von seinen arabischen Nachbarn blockiert. Zumindest die Versorgung mit Frischmilch soll darunter nicht leiden

Seit gut einer Woche ist der Wüstenstaat Katar isoliert. Das Emirat wird seit Anfang Juni durch seine umliegenden arabischen Nachbarn blockiert. Darunter leidet auch die Versorgung. Ein Umstand, den der katarische Geschäftsmann Moutaz Al Khayyat nicht länger betätigungslos mitansehen wollte. Um zu verhindern, dass die eine Million Einwohner unter Milchknappheit zu leiden beginnen, hatte der Unternehmer eine findige Idee, wie das Nachrichtenportal Bloomberg berichtet. Al Khayyat kaufte 4.000 Kühe in den USA und in Australien und will das Fleckvieh nun in den Wüstenstaat einfliegen lassen. Es sei an der "Zeit, für Katar zu arbeiten", zitiert die Nachrichtenagentur den Vorsitzenden der Power International Holding.

60 Maschinen der Qatar Airways sollen dabei zum Einsatz kommen, um die jeweils rund 590 Kilo schweren Milchkühe ins Land zu bringen – der größte Tiertransport per Flugzeug aller Zeiten. Ab Ende Juni soll somit in Katar die Versorgung mit Frischmilch gesichert sein. Das Holstein-Rind ist eine der am häufigsten eingesetzten Rassen in der Milchproduktion. Katar plant bereits eine Luftbrücke über die Türkei und den Iran.

Bislang hatte Katar, das wöchentlich 500 Millionen Dollar für die Errichtung von Stadien anlässlich der Fußballmeisterschaft 2022 ausgibt, seine Milchprodukte aus Saudi-Arabien bezogen – nach dem Embargo werden nun die Milchvorräte knapp. Mittels der nun bald einfliegenden Kühe soll die Milchproduktion Ende des Monats starten, zuvor wurde seitens der katarischen Regierung eine große Fläche nördlich von Doha für die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt. Der Ausbau landwirtschaftlicher Flächen ist dabei Teil des Programms "Vision 2030", das die Wirtschaft breiter aufstellen und somit die Abhängigkeit vom Gasexport reduzieren soll.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Jemen und Ägypten hatten die Beziehungen zu der Regierung in Doha überraschend abgebrochen und eine umfassende Blockade Katars zu Land, Luft und See ausgerufen. Die Länder beschuldigen das Emirat Katar, Terror zu finanzieren – die Regierung in Doha weist die Vorwürfe zurück. (red, 14.6.2017)

  • Ein erfinderischer Unternehmer aus dem katarischen Doha will die Milchproduktion in seinem Land sichern.
    foto: apa/ulrich perrey

    Ein erfinderischer Unternehmer aus dem katarischen Doha will die Milchproduktion in seinem Land sichern.

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