ORF verliert Champions League: Bitter, aber richtig

    Kommentar13. Juni 2017, 17:45
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    Dass der ORF beim Poker um teurer werdende Sportrechte nicht mitzieht, ist ökonomisch richtig

    Gute Nacht! Herbert Prohaskas Verabschiedungsworte nach Champions-League-Abenden gelten bald auch für den ORF. Beim Sender gehen nämlich ab der Saison 2018 die Lichter für die Rechte an der Königsklasse des Fußballs aus. Sie wandern komplett ins Pay-TV zu Sky und Dazn. Neben dem ORF schaut auch das deutsche ZDF durch die Finger – und damit der gemeine Fußballfan, der ein Abo eines Bezahlsenders nehmen muss.

    Der Verlust ist schmerzlich. Livesport ist für öffentlich-rechtliche Sender nach wie vor ein Quotengarant und bietet die Möglichkeit, sich die Konkurrenz von Streamingdiensten wie Netflix noch etwas vom Leibe zu halten. US-Serien wie "House of Cards" oder "Breaking Bad" sind es nicht. Schon gar nicht, wenn sie teils erst Jahre später auf dem Programm stehen.

    Dass der ORF beim Poker um teurer werdende Sportrechte nicht mitzieht und der Geldmaschinerie Uefa nicht noch mehr Millionen auf den Tisch legt, ist für den Fußballfan zwar bitter, aber ökonomisch richtig. Er verhandelt im Auftrag der Gebührenzahler. Ab der Saison 2020 dürfte dann auch die Formel 1 Geschichte sein. Kolportierte zehn Millionen Euro pro Jahr fallen derzeit für die Rechte an, fünf sollen es für die Champions League sein. Viel Geld, das der ORF schon bald in österreichische Produktionen pumpen könnte. Eine bessere Legitimität für die Existenz des öffentlich-rechtlichen Senders gibt es ohnehin nicht. (Oliver Mark, 13.6.2017)

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