US-Justizminister sagt zu Trumps Russland-Affäre aus

13. Juni 2017, 13:49
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Der Geheimdienstausschuss des Senats befragt Jeff Sessions ab 20 Uhr

Washington – Die Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump erreicht einen neuen Höhepunkt: Nach FBI-Chef James Comey sagt am Dienstag ab 20 Uhr MESZ Justizminister Jeff Sessions vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats öffentlich zu seiner Rolle in der Angelegenheit aus. Dabei dürfte es auch um die Umstände von Comeys Entlassung gehen. Für Wirbel sorgten Berichte, dass Trump erwägt, den Sonderermittler zu der Affäre, Robert Mueller, zu entlassen.

Sessions ist der bisher ranghöchste Regierungsvertreter, der vor dem Ausschuss zu den mutmaßlichen Einmischungen Russlands in die Präsidentschaftswahl vom November gehört wird. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Vertreter von Trumps Wahlkampfteam gemeinsame Sache mit den Russen gemacht haben. Sessions selbst hatte Kontakte zum russischen Botschafter Sergej Kisljak, seine Treffen mit diesem aber während seines Nominierungsverfahrens verschwiegen. Als dies bekannt wurde, zog er sich aus den Russland-Ermittlungen zurück.

Comey wollt keine Trump-Termine mehr

Comey hatte vor dem Geheimdienstausschuss gesagt, er habe sich von dem Präsidenten wegen der Ermittlungen der Bundespolizei zu den Russland-Verbindungen des Trump-Teams unter Druck gesetzt gefühlt. Er habe sich an den Justizminister gewandt, um weitere Vier-Augengespräche mit dem Präsidenten zu vermeiden.

Der ehemalige FBI-Chef zitierte auch aus Gesprächsprotokollen, die er nach seinen Gesprächen mit Trump angelegt hatte. Nach eigenen Angaben gab er einen Teil der Notizen an die Medien weiter, um die Einsetzung eines Sonderermittlers zu erzwingen. Ob es weitere Gesprächsmitschnitte gibt, wie von Trump einmal angedeutet, war weiter unklar: Der Secret Service antwortete auf eine Anfrage des "Wall Street Journal", er besitze weder Mitschnitte noch Abschriften. (APA, AFP, 13.6.2017)

  • Justizminister Jeff Sessions sagt im US-Senaat aus.
    foto: apa/afp/jim watson

    Justizminister Jeff Sessions sagt im US-Senaat aus.

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