Französischer Konzern soll IS-Terroristen Schutzgeld gezahlt haben

13. Juni 2017, 12:13
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Lafarge Holcim betrieb ein Zementwerk im Norden Syriens

Paris – Die französische Justiz hat ihre Ermittlungen gegen den Zementhersteller Lafarge Holcim wegen mutmaßlicher Zahlungen an bewaffnete Extremisten in Syrien ausgeweitet. Die Pariser Staatsanwaltschaft betraute drei Untersuchungsrichter mit den Ermittlungen, wie die Behörde am Dienstag bestätigte. Die Vorwürfe lauten auf Terrorfinanzierung und Gefährdung des Lebens anderer.

Bei den Ermittlungen geht es um ein Zementwerk im nordsyrischen Jalabija, das der französische Lafarge-Konzern trotz des Bürgerkriegs in dem Land weiter betrieb. Das Unternehmen, das später mit dem Schweizer Konkurrenten Holcim fusionierte, soll deswegen 2013 und 2014 Arrangements mit bewaffneten Gruppen getroffen haben – auch mit der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat".

Der Konzern begründete dies mit "Bedrohungen für die Sicherheit der Mitarbeiter" und "Störungen" der Lieferungen zum und vom Werk. Aufgedeckt wurden die Vorgänge 2016 von der Tageszeitung "Le Monde". Das französische Wirtschaftsministerium und mehrere Nichtregierungsorganisationen haben Anzeige gegen den Zementkonzern erstattet.

Wegen der Syrien-Affäre kündigte Lafarge-Holcim-Chef Eric Olsen für Mitte Juli seinen Rücktritt an. Sein Nachfolger wird der deutsche Manager Jan Jenisch, derzeit Chef des Schweizer Bauchemiekonzerns Sika. (APA, AFP, 13.6.2017)

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