Kreidezeitliche Zecke wurde in Bernstein konserviert

14. Juni 2017, 16:22
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100 Millionen Jahre alte Parasitin könnte Dino-Blut abgezapft haben – ein "Jurassic Park"-Szenario ist dennoch auszuschließen

München – Sie hat zu Lebzeiten vielleicht auch einem Dinosaurier Blut abgezapft: In hundert Millionen Jahre altem Bernstein aus Myanmar haben Forscher eine bislang unbekannte Zeckenart entdeckt. Das im Magazin "Parasitology" vorgestellte Zeckenweibchen erhielt die Artbezeichnung Amblyomma birmitum.

Das etwa eineinhalb Millimeter kleine Spinnentier aus der Kreidezeit wurde perfekt konserviert und ist die bisher älteste bekannte Spezies einer heute noch mit über 130 Arten vorkommenden Zeckengattung, teilte die Zoologische Staatssammlung München (ZSM) mit. Mittels Mikroröntgentomographischer Analyse (MikroCT) gelang den Forscher eine exakte Beschreibung des kleinen Parasiten.

Lust auf Reptilienblut

Amblyomma birmitum gehörte zur Familie der Schildzecken. Typische Wirtstiere für deren Vertreter sind hauptsächlich Reptilien. An heutigen Waranen saugen beispielsweise gleich mehrere verschiedene Arten dieser Gattung.

"Wir gehen davon aus, dass die neu entdeckte Zeckenart aus dem Burmesischen Bernsteinwald durchaus auch an Dinosauriern gesaugt hat", erklärte Zeckenspezialistin Lidia Chitimia-Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. Eine DNA-Analyse des Bluts, das die Zecke zu Lebzeiten von ihrem Wirt saugte, sei nach so langer Zeit aber definitiv nicht mehr möglich: Ein "Jurassic Park"-Szenario hat die Zoologische Staatssammlung daher explizit ausgeschlossen. (APA, red, 14. 6. 2017)

  • Niemand kann sagen, welchem Dino (oder welchem anderen kreidezeitlichen Tier) diese Zecke Blut abgezapft hat.
    foto: chitimia-dobler, institut für mikrobiologie der bundeswehr

    Niemand kann sagen, welchem Dino (oder welchem anderen kreidezeitlichen Tier) diese Zecke Blut abgezapft hat.

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