Britische Preise ziehen vor Beginn der Brexit-Gespräche kräftig an

    13. Juni 2017, 11:36
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    Pfund-Abwertung macht importierte Waren teurer und heizt Inflation an

    London – Die Inflation in Großbritannien ist vor Beginn der Brexit-Gespräche weiter auf dem Vormarsch. Die Preise stiegen im Mai zum Vorjahr um 2,9 Prozent, wie das Statistikamt am Dienstag mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Wert von 2,7 Prozent gerechnet. Die Teuerung ist nun so hoch wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Die Inflation zieht schon seit längerem an.

    Hintergrund ist die Abwertung des Pfund, nachdem sich die Bevölkerung im Juni 2016 mehrheitlich für einen Austritt aus der Europäischen Union ausgesprochen hatte. Dadurch werden importierte Waren teurer, wodurch die Inflation angeheizt wird. Das Pfund ging nach Veröffentlichung der Zahlen auf eine Berg- und Talfahrt und pendelte zuletzt um die Marke von 1,27 Dollar.

    Die Teuerung im Vereinigten Königreich ist nun weit stärker als der Notenbank lieb ist, die eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt. Die Bank of England (BoE) entscheidet am Donnerstag wieder über den Leitzins, den sie zuletzt im August 2016 nach dem Brexit-Schock auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gekappt hat.

    Premierministerin Theresa May hat bei den Neuwahlen eine Schlappe erlitten, will jedoch ihren Brexit-Kurs nicht aufweichen. Dazu gehört die Drohung, notfalls auf ein Abkommen mit der EU zu verzichten, falls die Union London nicht ausreichend entgegenkommen sollte. In der kommenden Woche sollen die Brexit-Verhandlungen mit der EU beginnen. Binnen zwei Jahren soll die britische Mitgliedschaft in der EU nach Mays Willen Geschichte sein. (APA, Reuters, 13.6.2017)

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