Historischer Kalender – 15. Juni

15. Juni 2017, 00:00
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1332 – Durch die Ketzerverordnung von Kaiser Friedrich II. wird Irrglaube zum Majestätsverbrechen: Wen die Kirche wegen Häresie verurteilt, soll die weltliche Gewalt gebührend bestrafen.

1502 – Christoph Kolumbus entdeckt auf seiner vierten transatlantischen Reise die Karibik-Insel Martinique.

1512 – Das von Papst Julius II. einberufene Fünfte Laterankonzil (bis 1517) untersagt den Druck von nicht autorisierten Schriften. Um 1500 gab es in Europa 252 Druckorte, davon 62 im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

1752 – Der nordamerikanische Erfinder Benjamin Franklin weist mit seinem Drachenversuch die elektrische Ladung von Gewittern nach. Er lässt in Philadelphia bei herannahenden Gewitterwolken einen elektrischen Drachen steigen, was einen Blitzeinschlag herbeiführt. Der Versuch steht am Anfang der Blitzableiter.

1762 – Österreich führt als erster Staat Mitteleuropas Papiergeld ein. 1877 – Im sogenannten Kissinger Diktat legt der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck wichtige Grundzüge seiner Politik zur Balkankrise fest.

1882 – Der weltweit erste Strandkorb – genannt "Strandstuhl" – wird an der Ostsee in Warnemünde präsentiert. Seine schwer an Rheuma leidende Auftraggeberin wollte so das ihr bekömmliche Seeklima genießen.

1907 – Auf Anregung Russlands beginnt die Zweite Haager Friedenskonferenz (bis 18.10), an der 44 Staaten teilnehmen.

1932 – Die streikenden Heizungsmonteure in Zürich setzen sich über ein Demonstrationsverbot hinweg, es kommt zu schweren Ausschreitungen ("Zürcher Blutnacht").

1942 – Der nach dem deutschen Überfall auf sein Land geflohene griechische König Georg II. erklärt in Washington, dass der griechische Widerstand 80.000 Soldaten der Achsenmächte binden würde.

1962 – Der französische Automobilkonzern Renault steigert die Produktion seines preisgünstigen R-4 (Quatre chevaux) auf tausend Pkw pro Tag.

1972 – Der Nationalrat nimmt mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP das Gesetz über die Einführung der Mehrwertsteuer an.

1972 – In Hannover wird die von den deutschen Behörden als Terroristin gesuchte Ulrike Meinhof festgenommen.

1977 – In Spanien finden nach dem Ende der Franco-Diktatur erstmals seit 41 Jahren wieder freie und geheime Wahlen statt, aus denen das Mitte-Rechts-Bündnis unter dem von König Juan Carlos eingesetzten Ministerpräsidenten Adolfo Suárez als Sieger hervorgeht.

1982 – VW vereinbart mit der chinesischen Regierung den Bau des Modells "Santana" in einem Werk bei Shanghai.

1992 – Zum Präsidenten der aus Serbien und Montenegro bestehenden Bundesrepublik Jugoslawien wird der parteilose Literat Dobrica Cosic gewählt, der sich als großserbischer Nationalist einen Namen gemacht hatte.

1997 – Acht muslimische Staaten gründen in Istanbul die "Organisation der acht Entwicklungsländer" (D-8, "Developing 8 Countries"). Sieben Staats- und Regierungschefs sowie ein Minister unterzeichnen die "Erklärung von Istanbul". Gründungsmitglieder sind die Türkei, Bangladesch, Ägypten, Indonesien, der Iran, Malaysia, Pakistan und Nigeria.

2002 – Nach vierzigjähriger Unterbrechung wegen des Mauerbaus ist der Berliner U-Bahn-Ring wieder komplett.

Geburtstage:

Vinzenz Chiavacci, öst. Schriftsteller (1847-1916)

Max Rudolf, US-Dirigent (1902-1995)

Heinrich Fichtenau, öst. Historiker (1912-2000)

Georg Prader, öst. Politiker (1917-1985)

Karl Steinbuch, dt. Informatiker (1917-2005)

Waylon Jennings, US-Musiker (1937-2002)

Herbert Feuerstein, öst.-dt. Entertainer, Kabarettist und Autor (1937- )

Todestage:

Philipp III., der Gute, Herzog von Burgund (1396-1467)

Isaak Iselin, schweiz. Philantrop (1728-1782)

Anton Stadler, öst. Komponist (1753-1812)

Alfred Cortot, schweiz. Pianist (1877-1962)

Otto Molden, öst. Widerstandskämpfer, Kulturpolitiker, Publizist, Schriftsteller (1918-2002)

Choi Hong Hi, südkorean. Begründer des Taekwondo (1918-2002)

(APA, 15.6.2017)

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