Selbstfahrende Google-Zweisitzer werden ausgemustert

    13. Juni 2017, 09:53
    80 Postings

    Künftig soll Roboter-Technologie in Fahrzeuge anderer Hersteller integriert werden

    Die markanten Google-Autos aus eigener Entwicklung des Internetkonzerns werden nach rund drei Jahren auf der Straße ausgemustert. Die kleinen elektrischen Zweisitzer seien von Anfang an zum Experimentieren und nicht für die Massenproduktion gedacht gewesen, betonten Manager der Google-Schwesterfirma Waymo bei der Ankündigung des Schritts in der Nacht auf Dienstag.

    500 Pacifica-Minivans

    Waymo konzentriere sich künftig darauf, die Roboterwagen-Technologie in Fahrzeuge anderer Hersteller zu integrieren. Aktuell werden mehr als 500 Pacifica-Minivans von Fiat Chrysler damit ausgerüstet. Familien in Arizona sollen sie im Alltag testen.

    Die Vorstellung der eigenen Google-Wagen hatte 2014 die Autoindustrie aufhorchen lassen. Der Internetkonzern hatte zwar schon damals betont, nicht selbst zum Autohersteller werden zu wollen. Aber die kugeligen Fahrzeuge mit ihrer Smiley-Frontpartie konnten als Prototyp für ein Robotertaxi-Netzwerk in Städten angesehen werden.

    Ganz ohne klassische Steuerelemente wie Lenkrad oder Pedale

    Google verkündete zudem die Absicht, in den Wagen mit der Zeit ganz ohne klassische Steuerelemente wie Lenkrad und Pedale auszukommen und die Kontrolle ganz dem Computer zu überlassen. Dazu kam es im regulären Testbetrieb nicht: Die Behörden betonten, dass sie derzeit Lenkräder und Pedale noch für unverzichtbar halten. Bei einer Testfahrt im Jahr 2015 in Austin, Texas war einer der Google-Roboterwagen allerdings komplett autonom unterwegs, ohne dass ein Mensch hätte eingreifen können.

    In der Spitze waren rund 70 Prototypen mit dem Namen "Firefly" auf der Straße in der Google-Heimatstadt Mountain View sowie in Austin unterwegs. Sie boten allerdings nur eingeschränkten Komfort und hatten eine Höchstgeschwindigkeit von rund 40 Kilometern pro Stunde, was oft andere Fahrer irritierte. Als Ende 2016 die Entwicklung der Roboterwagen unter der Führung der erfahrenen Automanagers John Krafcik in die Google-Schwesterfirma Waymo ausgelagert wurde, zeichnete sich bereits ab, dass der Fokus künftig auf dem Einbau der Technik in Fahrzeuge anderer Hersteller liegen wird. (APA, 13.7. 2017)

    Link

    Waymo

    • In der Spitze waren rund 70 Prototypen mit dem Namen "Firefly" auf der Straße.
      foto: apa

      In der Spitze waren rund 70 Prototypen mit dem Namen "Firefly" auf der Straße.

    Share if you care.