FACC schafft bis zu 700 Jobs in Österreich – US-Werkstätten ausgebaut

13. Juni 2017, 13:08
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Operativer Gewinn bei 27 Millionen Euro – Umsatz stieg um mehr als ein Fünftel auf 706 Millionen Euro

Wien/Ried im Innkreis – Der oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC will die nächsten drei Jahre kräftig wachsen und alleine in Österreich bis zu 700 neue Jobs schaffen und 70 bis 100 Millionen Euro investieren. In den USA soll das Werkstättengeschäft deutlich ausgebaut werden, denn die Bedeutung von Leichtbauteilen, auf die FACC spezialisiert ist, hat erheblich zugenommen, so Konzernchef Robert Machtlinger.

Dass der Riesenmarkt China nun mit dem Jungfernflug seines ersten eigenen Passagierflugzeugs, der Comac C919, den globalen Luftfahrtmarkt durchwirbeln könnte, glaubt Machtlinger kurzfristig nicht. Zumindest in den nächsten Jahren werde sich die Nachfrage auf China und die Nachbarländer beschränken. FACC sei jedenfalls mit mehreren Komponenten in der C919 vertreten. Die wichtigsten Modelle für die nächsten Jahre sind für die Oberösterreicher die beiden Airbus-Modelle 320 und 350.

Beunruhigung durch politische Spannungen

Dass einige Fluglinien, wie die traditionsreiche Alitalia, in gröberen Turbulenzen sind, beunruhigt Machtlinger weit weniger als die jüngsten politischen Spannungen rund um den Ölstaat Katar. Hier würden 100 Boeing und 40 Airbus auf der Bestellliste stehen, gebe es einen Ausfall, wäre das schon zu merken, sagte Machtlinger am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz.

Grundsätzlich lasse sich sagen, dass nach dem Boom der vergangenen Jahre bei den Flugzeugorder nun Normalität eingekehrt sei und die Auftragsbücher abgearbeitet würden. Trotzdem wachse der Markt weiter stark. So bestehe in den kommenden 20 Jahren ein Bedarf an rund 36.300 neuen Flugzeugen.

Den Betrugsfall Anfang des Vorjahres mit einem Schaden von rund 50 Millionen Euro habe man inzwischen finanziell abgearbeitet, nun bestehe noch die Hoffnung, über Regressforderungen an Versicherungen einen Teil oder den Gesamtbetrag zurück zu bekommen. Über die Erfolgsaussichten lasse sich aber nichts sagen. Die mehrheitlich im chinesischen Besitz befindliche FACC war Opfer eines Cyberbetruges geworden, in dessen Folge der Finanzchef gehen musste.

Nichts neues weiß Machtlinger zum Konflikt mit der Gewerkschaft GPA über den Kollektivvertrag zu berichten. Die Gewerkschaft wirft dem Zulieferbetrieb vor, die Biennalsprünge nicht auszuzahlen. FACC wiederum behauptet ohnehin weit über den Kollektivvertrag zu zahlen, wodurch die Mitarbeiter besser aussteigen würden als über Biennalsprünge. Er, Machtlinger, habe jedenfalls schon länger nichts von der Gewerkschaft gehört.

Der Konflikt hatte insofern für Überraschung gesorgt, weil laut "Oberösterreichischen Nachrichten" die GPA ohne die Unterstützung des Betriebsrates gegen FACC vorging. (APA, 13.6.2017)

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