Flugverbot für dutzende F-35-Kampfflugzeuge

13. Juni 2017, 10:04
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Probleme mit der Sauerstoffzufuhr für Piloten

Washington – Wegen Problemen mit der Sauerstoffzufuhr für Piloten der US-Luftwaffe müssen dutzende F-35-Kampfjets auf dem Boden bleiben. Wie eine Sprecherin der US Air Force am Montag mitteilte, nehmen sich die Verantwortlichen "so viel Zeit wie nötig", um dem Problem auf den Grund zu gehen. Die Anordnung für die rund 50 Flugzeuge auf dem Luftwaffenstützpunkt Luke im US-Staat Arizona erfolgte bereits am Freitag.

Anlass waren fünf Fälle seit dem 2. Mai, in denen die Jetpiloten im Cockpit bei Übungsflügen unzureichend mit Sauerstoff versorgt wurden. Keiner der Vorfälle sei "ernst" gewesen, sagte die Sprecherin. Die Piloten klagten über Schwindel. Bei einer mangelnden Sauerstoffzufuhr besteht die Gefahr, dass der Pilot in Ohnmacht fällt.

Das F-35 Kampfjet-Programm ist mit geschätzten Kosten von 400 Milliarden US-Dollar (etwa 357 Milliarden Euro) schon jetzt das teuerste in der Militärgeschichte. Bei dem pannengeplagten Projekt gab es 2014 unter anderem einen mysteriösen Triebwerksbrand. Hinzu kamen Softwareprobleme und andere technische Pannen. So könnte der Schleudersitz für Piloten, die weniger als 62 Kilogramm wiegen, zur Todesfalle werden.

Verteidigungsminister beschuldigt Obama

US-Verteidigungsminister James Mattis hat den schlechten Zustand der Streitkräfte beklagt. Verantwortlich dafür seien die Deckelung der Militärausgaben unter Ex-Präsident Barack Obama sowie die seit 16 Jahren anhaltenden Kriegseinsätze, sagte Mattis am Montag vor dem Streitkräfteausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Als er vier Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst in das Verteidigungsministerium zurückgekehrt sei, habe ihn der geringe Grad der "Einsatzbereitschaft" der US-Streitkräfte "schockiert", sagte der ehemalige General des Marine Corps. "Kein Feind" habe der Einsatzbereitschaft mehr geschadet als die Sparpolitik unter Obama, sagte Mattis zum Haushaltsentwurf von Präsident Donald Trump für 2018. Dieser sieht Kürzungen im Etat des Außenministeriums sowie eine deutliche Erhöhung des Verteidigungsbudgets vor. Das Pentagon fordert demnach insgesamt 639 Milliarden Dollar (570 Milliarden Euro) – 574 Milliarden Dollar für allgemeine Ausgaben sowie weitere 65 Milliarden Dollar für Kampfeinsätze.

Die Basisausgaben würden sich demnach um 50 Milliarden Dollar, rund zehn Prozent, zum Vorjahresetat erhöhen. Dem Ausschussvorsitzenden Mac Thornberry und anderen Republikanern geht er dennoch nicht weit genug. "Wir können nicht damit fortfahren, mehr und mehr Einsätze von unseren Soldaten abzuverlangen, ohne sicherzustellen, dass ihnen auch alles für einen Erfolg Nötige zur Verfügung steht", sagte Thornberry. (APA, AFP, 13.6.2017)

  • Auf der Luke Airbase in Arizona bleiben derzeit die F35-Cockpits leer
    foto: apa/afp/jeremy r. dixon

    Auf der Luke Airbase in Arizona bleiben derzeit die F35-Cockpits leer

  • F35 über Utah
    foto: afp/us air force/christine groening'

    F35 über Utah

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