Konjunkturoptimismus von Konzernchefs lässt etwas nach

13. Juni 2017, 07:11
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Laut Umfrage unter fast 1.300 Vorstandschefs großer Unternehmen aus zehn Ländern – Viele Faktoren sorgen für Ungewissheit

Berlin – Trotz zahlreicher Unsicherheitsfaktoren blicken zwei von drei Konzernchefs einer Umfrage zufolge optimistisch auf die globale Konjunktur. Sie erwarten, dass die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird, wie aus einer am Dienstag vorgelegten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter fast 1.300 Vorstandschefs großer Unternehmen aus zehn Ländern hervorgeht.

Die Zuversicht der Manager lässt allerdings nach. Vor einem Jahr gaben sich noch 80 Prozent optimistisch. Für Ungewissheit sorgen demnach viele Faktoren: Folgen des geplanten EU-Austritts der Briten, die Politik von US-Präsident Donald Trump, die Flüchtlingskrise und die Angst vor Hacker-Angriffen auf Computersysteme.

Hoher Einfluss

Für gut die Hälfte der Unternehmen habe diese Unsicherheit einen so großen Einfluss auf das eigene Geschäft wie schon seit vielen Jahren nicht mehr, ergab die Erhebung. Rund 69 Prozent hätten reagiert und Experten ins Führungsteam geholt, um Risiken besser erkennen zu können. Fast alle Firmen müssten sich dem Phänomen der sogenannten Disruption stellen. Darunter verstehen Fachleute Umbrüche auf Märkten oder bei Geschäftsmodellen, die durch technische Neuerungen stark verändert werden. Drei Viertel der Unternehmen streben laut Umfrage an, die eigenen Branchengrenzen selbst zu überschreiten, um nicht von branchenfremden Wettbewerbern angegriffen zu werden.

Wie aus der Studie Global CEO Outlook Survey zudem hervorgeht, planen weniger Firmen als noch 2016 die Schaffung von Jobs in den nächsten Jahren. Zudem fürchten die Manager, dass die geopolitische Unsicherheit und der Druck auf nationale Budgets zu einer höheren Steuerlast für Unternehmen führen könnten. Zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass die Steuersätze in ihrem Land in den kommenden drei Jahren steigen werden. (APA, 13.6.2017)

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