"Ghost Tower" in Bangkok: Baustelle steht seit 20 Jahren still

Ansichtssache15. Juni 2017, 14:00
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Beim 185 Meter hohen Sathorn Unique Tower in Thailand kam es 1997 zum Baustopp – seither haben Geldgeber kein Interesse mehr daran, dafür aber abenteuerlustige Rucksacktouristen.

foto: ap photo/sakchai lalit

Eigentlich sollte der Sathorn Unique Tower in Bangkok schon lange Luxuswohnungen für zahlungskräftige Thailänder beherbergen. Zumindest waren beim Baustart 1990 hochwertige Wohn- und Büroflächen im 185 Meter hohen Turm geplant. Der Turm wurde aber bis heute nicht fertiggestellt: 1997 kam es in Asien zu einer Finanzkrise, der Bau wurde gestoppt. Damals waren mit dem Rohbau der 49 Stockwerke etwa 80 Prozent des Gebäudes fertiggestellt.

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Seither hat sich auf der Baustelle nichts mehr getan. Das macht das Gebäude – heute wird es "Ghost Tower" genannt, weil manche Einheimische davon überzeugt sind, dass es dort spukt – zu einer der höchsten Bauruinen der Welt.

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Das zog jahrelang Rucksacktouristen an, die die Wachmänner bestachen, um Zutritt zum Gebäude zu bekommen.

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2014 wurde im Gebäude aber die Leiche eines Rucksacktouristen gefunden. Danach wurde den Erkundungstouren – zumindest laut offiziellen Stellen – ein Riegel vorgeschoben. Denn teilweise würden bei Balkonen die Brüstungen fehlen, im Boden gebe es Löcher und die Absturzgefahr sei zu hoch, wird der Immobilienentwickler in Medienberichten zitiert.

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Die Bauruine ist laut Medienberichten aber in einem überraschend gutem Zustand. Hier wurden Teile des Films "Hangover 2" gedreht. Und die Fassade wird seit Jahren als Werbefläche genutzt.

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Der Architekt und Immobilienentwickler Rangsan Torsuwan hatte in den Boom-Jahren der 1990er-Jahren bereits mit dem Verkauf der in Bau befindlichen Eigentumswohnungen begonnen. Ihm kamen aber in der Krise die Investoren abhanden – und im Gegensatz zu anderen Projekten in Bangkok wurden die Arbeiten am Sathorn Unique Tower danach nie wieder aufgenommen. Torsuwans Sohn soll seither aber mehrfach versucht haben, das Projekt wieder in die Gänge zu bringen. Bisher ohne Erfolg.

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In anderen Ländern gibt es freilich noch größer dimensionierte Bauruinen: Mit dem Bau des Ryugyong-Hotels in Nordkorea wurde 1987 begonnen. Damals sollte es mit 330 Metern Höhe das höchste Gebäude der Welt werden. Ob eines der beiden Gebäude jemals fertiggestellt wird, bleibt offen. (zof, 15.6.2017)

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