Was im Schulautonomiepaket steckt

    12. Juni 2017, 17:05
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    Die Aufgaben der Schulleiter, die Möglichkeit für Cluster und die neuen Verwaltungseinheiten

    Mit dem "Bildungsreformgesetz" wird der Spielraum von Schulleitern vergrößert, mit den Schulclustern wird eine neue Verwaltungseinheit geschaffen und Bildungsdirektionen werden eingeführt. Die gesamte Reform soll kostenneutral sein.

    • Schulcluster: Bis zu acht Schulen oder 2.500 Schüler und Schülerinnen können zu einem "Schulcluster" zusammengelegt werden. Vom Schulerhalter erzwungen werden kann diese Fusion im Pflichtschulbereich dann, wenn die Schulen nicht mehr als fünf Kilometer voneinander entfernt liegen, die Schülerzahlen sinken und weniger als 100 Schüler pro Standort betroffen sind. Neu ist, dass auch Pflicht- und Bundesschulen – also etwa eine Neue Mittelschule und ein Gymnasium – fusionieren können. Dann müssen aber die Lehrer der Standorte zustimmen. Der Clusterleiter soll einen Großteil der Verwaltung übernehmen, an den einzelnen Schulen soll es statt Direktoren nur Bereichsleiter geben, die mehr unterrichten. Dadurch freigewordene Ressourcen sollen in Verwaltungspersonal investiert werden.
    • Schulleitungen: Der Clusterleiter oder Standortleiter hat mehr Mitsprache bei der Wahl der Lehrerinnen und Lehrer, er kann die Gruppengröße flexibel festlegen, weil die Klassenschülerhöchstzahl wegfällt (ein Durchschnittswert von 25 Schülern pro Klasse in jedem Bundesland soll aber in der Verfassung verankert werden, siehe oben). Dadurch freiwerdende Ressourcen können in Maßnahmen wie Förderangebote investiert werden.
    • Schulverwaltung: Die Verwaltung bleibt in Grundzügen gleich, es gibt weiterhin getrennte Zuständigkeiten für Bund und Länder. Eingeführt werden aber Bildungsdirektionen, die die Landesschulräte ersetzen und Landes- und Bundesschulen gemeinsam verwalten. Umgesetzt wird das schon in den östlichen Bundesländern.
    • Modellregionen: Ursprünglich nicht Teil des Autonomiepakets waren die Modellregionen zur Gesamtschule. Damit die Grünen die Zweidrittelmehrheit liefern, kann diese nun in 15 Prozent der Schulen getestet werden. Betroffen sein dürfen pro Bundesland nur 5.000 AHS-Unterstufenschüler. (Lisa Kogelnik, 13.6.2017)
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