Lambrusco Libeccio 225

Kolumne7. Juli 2017, 15:10
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In Italien wird seit kurzem Lambrusco gemacht, der erfreulich herb schmeckt

Wer hat sich nicht in frühester Jugend des billigen Rausches wegen an weinähnlichen Getränken wie Mariandl-Sekt, Ribiselwein und anderen Grausamkeiten vergangen. Der absolute Bringer dazumal war der rote Italosprudel Lambrusco. Der Schaum gewordene Albtraum in der Bastflasche: rote, picksüße Rabiatperlen, die auch heute noch an Tankstellen und bei Diskontern verscherbelt werden.

Der Industriefusel ist immer noch der meistverkaufte Wein Italiens. Freilich gibt es auch trockenen Lambrusco, aber selbst der wird meist billigst produziert. Mittels Tankgärverfahren werden dem fertigen Wein die Bläschen zugefügt. Entsprechend banal schmeckt das Zeug dann auch.

Jetzt hat sich eine Gruppe von Winzern der Emilia-Romagna zusammengetan, die wieder nach dem Vorbild ihrer Großväter Lambrusco vinifiziert: Die zweite Gärung erfolgt traditionell in der Flasche und mit eigenen Hefen. Die italienische Antwort auf Pet Nat sozusagen. Einer von ihnen ist Denny Bini mit seinem Miniweingut Podere Cipolla. Was Bini da abfüllt, ist so gar nicht mehr amabile, sondern herb, ernsthaft und fordernd. Nichts mit italienischer Fröhlichkeit. (Christina Fieber, RONDO, 7.7.2017)

  • Lambrusco Libeccio 225, bei Vinifero um 13 Euro
    foto: hersteller

    Lambrusco Libeccio 225, bei Vinifero um 13 Euro

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