Geplante EU-Ökoverordnung vor dem Aus

12. Juni 2017, 11:38
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Seit Herbst 2015 wird um die Bestimmungen gerungen

Luxemburg – Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt hat einfache und übersichtliche EU-Regeln für Bioprodukte eingefordert. Der bisher debattierte Entwurf für eine EU-Ökoverordnung steht nach seinen Angaben womöglich kurz vor dem Scheitern.

"Wenn wir in den nächsten Wochen nicht zu einem Ergebnis kommen sollten, dann muss ein neuer Anlauf gestartet werden", sagte der CSU-Politiker am Montag vor einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg. Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) nimmt nicht am EU-Agrarrat teil.

Kennzeichnung von Produkten

Es geht um eine Verordnung mit Regeln zum Anbau und zur Kennzeichnung von Produkten aus der ökologischen Landwirtschaft. Die EU-Kommission hatte schon Anfang 2014 einen Entwurf vorgelegt. Ziel war unter anderem, mit übersichtlichen Biosiegeln Verbrauchern die Auswahl zu erleichtern und Betrug zu unterbinden. Seit Oktober 2015 ringen Kommission, Mitgliedsländer und EU-Parlament um die Details – bisher vergeblich.

Schmidt zeigte sich unzufrieden. Die Verordnung dürfe nicht zu kompliziert sein, nicht unlesbar und nicht 2.500 Seiten stark, betonte der Minister. "Wir brauchen bei der EU-Ökoverordnung einen praktikablen und einen nachvollziehbaren Weg, der Vertrauen sowohl bei den Produzenten als auch bei den Verbrauchern sichert." Nun soll Malta als derzeitiger EU-Ratsvorsitz erklären, wie es weiter geht.

Außerdem beraten die Minister über die Lage an den Agrarmärkten. Beobachter melden höhere Preise unter anderem für Rind- und Schweinefleisch und für Milch. Der späte Frost hat zudem das Angebot an Obst und Gemüse verknappt, was ebenfalls die Preise stützt. Was die Bauern freut, hat für Verbraucher eine Kehrseite: Sie müssen tiefer in die Tasche greifen. (APA, 12.6.2017)

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