Grazer Forscher melden hohe Winterverluste bei Bienen in Österreich

    12. Juni 2017, 10:31
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    Laut Erhebung der Universität Graz hat österreichweit etwa ein Viertel der Bienenvölker den Winter nicht überlebt

    Wien/Graz – Die Verluste von Bienenvölkern in Österreich sind laut einer aktuellen Auswertung von Zoologen der Universität Graz hoch ausgefallen. Demnach haben rund 23 Prozent der bundesweit geschätzten 354.000 Bienenvölker den Winter 2016/17 nicht überlebt. Insgesamt haben 1.656 Imkereien österreichweit an der Befragung teilgenommen.

    "Das sind die dritthöchsten Verluste der letzten zehn Jahre", kommentierte Robert Brodschneider vom Institut für Zoologie das aktuelle Befragungsergebnis. Der Wert von durchschnittlich 23 Prozent liege weit über jenen des Winters 2015/16, als durchschnittlich rund achtprozentige Winterverluste gemeldet wurden, präzisierte Brodschneider.

    Regionale Unterschiede

    Gemeinsam mit seinem Kollegen Karl Crailsheim hat der Forscher in den vergangenen Monaten zum zehnten Mal in Folge unter österreichischen Imkern die Winterverluste erhoben. Davor gab es in Österreich keinerlei Zahlen zur Wintersterblichkeit von Bienenvölkern. Insgesamt haben die Grazer Forscher bei der jüngsten Erhebung auf Daten von 1.656 Imkereien – das sind rund 6,2 Prozent der österreichischen Imkereien – zurückgreifen können. Die Daten beziehen sich auf 43.842 eingewinterte Bienenvölker.

    Bei der Höhe der Verluste sind auch regionale Unterschiede erkennbar. "Heuer verendeten – im Gegensatz zum Vorjahr – vor allem im Westen besonders viele Bienen", so Brodschneider. In einzelnen Bezirken hätten die Imkereien Verluste von über 40 Prozent verzeichnet.

    Die höchsten Werte wurden in Vorarlberg erreicht. Dort haben die teilnehmenden 207 Bienenzüchter – und somit rund 14 Prozent der Imkereien des Bundeslandes – eine durchschnittliche Verlustrate von 33,8 Prozent hinnehmen müssen. Im Jahr zuvor gab es in Vorarlberg eine Verlustrate von durchschnittlich 5,8 Prozent. Die wenigsten Verluste wurden im aktuellen Frühjahr aus Salzburg mit einer Bienen-Wintersterblichkeit von 16,8 Prozent und Oberösterreich mit einer Verlustrate von 18,9 Prozent gemeldet.

    Tödliches Zusammenspiel

    Parasiten und Viruserkrankungen, die Witterung und das Nahrungspflanzenangebot dürften bei den Bienenverlusten im Winter eine Rolle spielen. Eine stichhaltige Erklärung für dieses Wechselbad aus hohen und niedrigen Mortalitäten gibt es noch nicht. Es handelt sich vermutlich um einen Mix aus Faktoren, die möglicherweise auch interagieren und auf die Bienen einwirken, so Brodschneider.

    Im Winter 2015/16 – der jedoch zu relativ geringen Verlusten geführt hat – habe man im Rahmen des Projektes "Zukunft Biene" an etwa 2.000 Bienenvölkern studieren können, woran die Tiere gestorben sind: "Bei toten Völkern dieser Studie konnte häufig ein hoher Befall mit der Varroa-Milbe und dem Flügeldeformationsvirus in der vorangegangenen Saison nachgewiesen werden", berichtete Crailsheim. Eine Fortführung dieser Detailanalyse hat es im Vorjahr jedoch nicht gegeben. Die Erhebungen zu den Winterverlusten würde Brodschneider gerne weiterführen, doch hier stelle sich zurzeit noch die Frage der Finanzierung. (APA, 12.6.2017)

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