Essential Phone: Wie der Android-Erfinder Apple und Google angreifen will

16. Juni 2017, 12:17
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Andi Rubin erklärt, was sein Smartphone von der Konkurrenz abhebt

Ende Mai hat Android-Erfinder Andi Rubin das Geheimnis um sein erstes neues Smartphone gelüftet. Das Smartphone seines Start-ups Essential kommt im Sommer zunächst in den USA auf den Markt. Daneben will Rubin auch den Smart Home-Markt mit einem eigenem Hub aufmischen. Viele Beobachter fragen sich nun, wie das gelingen soll. Am Rande der Wired Business Conference vergangene Woche in New York erklärte Rubin, was Essential anders machen will.

Rubin: Richter Zeitpunkt für neues Unternehmen

Die zentrale Frage ist, was das Essential Phone bietet, das andere nicht haben, um damit Kunden von etablierten Herstellern wegzulocken. Das Gerät basiert auf Android und verfügt über Komponenten wie dutzende andere Modelle. Von anderen Smartphones unterscheidet es sich im Design der Frontseite und einem erweiterbaren Konzept, um Zubehör über ein Magnet-Dock auf der Rückseite einfach anschließen zu können.

Anders als in den Anfangszeiten der Smartphones wird es heute immer schwieriger noch Innovationen zu bringen. Für Rubin sei genau jetzt der perfekte Zeitpunkt ein neues Unternehmen zu gründen, zitiert "Business Insider" aus einer Fragerunde – wenn der Markt von wenigen Anbietern kontrolliert wird und Konsumenten der Meinung sind, dass deren Produkte gut genug seien und sich damit zufrieden geben. Genau dann müsse man reinfahren und den Markt aufrütteln. Die ansteckbare 360-Grad-Kamea und der Magnetanschluss seien gute Beispiele für Innovationen, und davon werde es noch mehr geben, stellt Rubin in Aussicht.

Lange Kompatibilität

Zu Beginn der Smartphone-Ära wurde mit jeder neuen Generation etwas Neues eingeführt und Konsumenten kauften öfter neue Geräte. Das ist nun nicht mehr der Fall, der Markt ist gesättigt. Mit dem Magnetanschluss will Essential sicherstellen, dass Neues schneller beim Nutzer landet. Die Hardware soll wie Software quasi erweitert werden können. Das Unternehmen habe sich bewusst entschieden kein Konzept wie Googles Ara zu entwickeln, bei dem man die Komponenten des Geräts austauschen kann. Stattdessen wird man das Essential Phone erweitern können. Mit dem Design des magnetischen Anschlusses – Rubin spricht von kabellosen USB 3.0 – könne man sicherstellen, dass zukünftiges Zubehör stets damit kompatibel bleibt ohne zusätzliche Adapter zu benötigen.

Anders als Hersteller mit geschlossenem Ökosystem gehe man bei Essential aktiv auf Entwickler und Hersteller zu, um zu gewährleisten, dass ihre Produkte mit dem Smartphone funktionieren.

Offener Home Hub

Das Smartphones ist aber nicht das Einzige – Essential will die Konkurrenz auch mit einem eigenen Smart-Home-Hub angreifen. Das Home genannte Gerät soll dafür auch die Technologien des Mitbewerbs wie Apples HomeKit und Samsungs SmartThings unterstützten. Es gibt jedoch Zweifel daran, ob das überhaupt möglich ist – speziell bei Apples Plattform.

Um die verschiedenen Plattformen auf Home zusammenzuführen will Rubin die entsprechenden Schnittstellen nachbauen. Zu verstehen sei das wie eine Windows-Emulation auf einem Mac, erklärt der Unternehmensgründer. In diesem Fall sei es eben beispielsweise eine Windows-Emulation für das Internet of Things. So soll es möglich sein, Hunderttausende Geräte zu kontrollieren. Derzeit werde das aber noch getestet, ein fertiges Produkt gibt es noch nicht. Rubin gibt sich aber zuversichtlich: "es wird großartig". (red, 16.6.2017)

  • Das Essential Phone kommt im Sommer auf den Markt.
    foto: essential

    Das Essential Phone kommt im Sommer auf den Markt.

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