Sexismusvorwürfe: Uber-Chef Kalanick muss um Job bangen

12. Juni 2017, 08:48
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Der Verwaltungsrat beschließt Maßnahmen nach den Sexismus-Ermittlungen, Travis Kalanick könnte beurlaubt werden

San Francisco – Der Verwaltungsrat des Fahrdienstvermittlers Uber hat nach der Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung ein Paket von Gegenmaßnahmen beschlossen, will Details aber erst am Dienstag veröffentlichen. Die Vorschläge der Untersuchungskommission unter Leitung des früheren US-Justizministers Eric Holder seien einstimmig verabschiedet worden, erklärte das Unternehmen nach Beratungen in der Nacht auf Montag.

Am Sonntag hatte es in Medienberichten geheißen, Uber-Chef Travis Kalanick könnte für mehrere Monate beurlaubt werden. Das "Wall Street Journal" schrieb, dass möglicherweise auch der Topmanager Emil Michael, ein enger Vertrauter Kalanicks, den Hut nehmen muss. Michael stand bereits im Kreuzfeuer der Kritik, seit er 2014 in einem vermeintlich vertraulichen Gespräch darüber fantasiert hatte, wie man das Privatleben einer kritischen Journalistin ausforschen könnte.

Entlassungen

Uber und Kalanick gerieten in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck. Das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie bekannte Unternehmen musste eine tiefgreifende Untersuchung einleiten, nachdem eine ehemalige Software-Entwicklerin von sexuellen Belästigungen und Diskriminierung berichtete. Unter anderem schrieb sie, ein Vorgesetzter habe Sex von ihr gewollt – und sei unbestraft geblieben, nachdem sie das gemeldet habe. Die Ermittlungen wurden vom ehemaligen Justizminister Holder geleitet, der heute bei einer Anwaltskanzlei arbeitet. In einem ersten Schritt waren rund 20 Mitarbeiter entlassen worden.

Mitgründer und Chef Kalanick musste sich zudem rechtfertigen, nachdem ein Video veröffentlicht worden war, in dem er hitzig mit einem Uber-Fahrer diskutierte. Kalanick versprach danach, künftig erwachsener zu agieren und in den vergangenen Monaten wurde nach einer starken Nummer zwei für ihn gesucht. Kalanick durchlebt gerade zudem eine persönliche Tragödie: Seine Mutter starb vor wenigen Wochen bei einem Bootsunfall, sein Vater wurde dabei schwer verletzt.

Uber wird mit 70 Milliarden Dollar (rund 63 Milliarden Euro) bewertet und hat mehr als 12.000 Angestellte. Zu den Mitarbeitern zählen nicht die über 1,5 Millionen Uber-Fahrer, die als Selbstständige eingestuft werden. (APA, 12.6.2017)

  • Für Travis Kalanick könnte es eng werden.
    foto: ap/paul sakuma

    Für Travis Kalanick könnte es eng werden.

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