Was Eva Weissenberger plant – und ein paar diskrete Medientreffen

Kolumne12. Juni 2017, 07:00
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Blümel bei Drozda, Digitalfunker bei der Medienbehörde – und das eine oder andere Wirtschaftsmedienprojekt

1. Torschluss-Dramatik

Montag sollte die Bewerbungsfrist für bundesweites und regionales Digitalradio auslaufen, knapp viereinhalb Monate gab die Medienbehörde Plattformbetreibern dafür Zeit. Kurz vor Schluss, vorige Woche also, stellte sich Plattformbetreibern und Sendern der seit 1998 für terrestrisches Radio gültige AKM-Vertrag in den Weg. Keine einfache Rahmenvereinbarung für Radios nach neuem technischem Standard, Anwalt Michael Krüger droht gar mit Anzeige wegen "Geldwuchers", und auch von der Wirtschaftskammer gerade angefochten, aber doch schon eine Weile bekannt.

Freitag sprachen Plattformbetreiber mit Medienbehördenchef Michael Ogris, diese Woche wird sich wohl zeigen, was da herauskam. Im März war noch von vier potentiellen Betreibern die Rede.

2. Medienpolitische Vorstellungsrunde

Ebenfalls am Freitag soll Gernot Blümel erstmals in seiner neuen alten Funktion als Mediensprecher der ÖVP Medienminister Thomas Drozda getroffen haben. Blümel war schon bis Ende 2015 Mediensprecher der Volkspartei, er brachte etwa mit Medienminister Josef Ostermayer 2015 ein kleines Reformpaket für Privatfunk und ORF auf den Weg.

Wird spannend, ob Drozda und Blümel in Vorwahlzeiten noch gemeinsam etwas unternehmen, bei Drozdas Plänen für eine neue Medienförderung hatte Blümels Vorgänger Werner Amon noch den einen Einwand und die andere Bedingung, etwa in Definitionsfragen mit dem Sozialministerium über Beschäftigungsverhältnisse – und nicht nur er.

3. Was Weissenberger vorhat

Was geht eigentlich Eva Weissenberger als Nächstes an, nach der Chefredaktion von "News" bis Jahreswechsel und davor der "Kleinen Zeitung" Kärnten? Soweit die Wochenschau in Erfahrung bringen konnte, das:

  • Weiterbildung in New York in Sachen Entrepreneurial Journalism – mir wäre dazu etwa das untergekommen.
  • Investorensuche für ein "digital getriebenes Wirtschaftsmedium", mehr verrät sie (jedenfalls mir) noch nicht.
  • Für den Nationalratswahlkampf hat sie sich auch noch ein kleines Projekt vorgenommen, auch darüber werden wir hoffentlich noch mehr erfahren.
foto: ricardo herrgott/news
Eva Weissenberger 2015, noch bei "News".

4. A propos neues Wirtschaftsmedium

Investorensuche? Wirtschaftsmedium? Macht Weissenberger gar gemeinsame Sache mit einer Reihe "Wirtschaftsblatt"-Veteranen, die doch auch Investoren suchen für ein neues Wirtschaftsmedium, freilich jedenfalls mit gedrucktem Standbein, vermutlich im Wochenrhythmus? Wird Zeit, wieder einmal nach dem Stand dieses Projekts zu fragen. Weissenberger hat mit dem Post-"Wirtschaftsblatt"-Projekt nichts zu tun, sagt sie.

Wo was weitergeht

Wie sich der urlaubsbedingt knappere Vier-Punkte-Plan der Etat-Wochenschau in der österreichischen Medienrealität materialisiert, und was sich dort auch ganz ohne Prognose tut, lesen Sie – so rasch wie möglich – auf http://derStandard.at/Etat. Bleiben Sie dran. (Harald Fidler, 12.6.2017)

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