Idee einer Schweizer Superbank ist vom Tisch

11. Juni 2017, 15:28
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Große deutsche Finanzinstitute wollten zusammen Kosten senken und ihre Bürokratie teilweise vergemeinschaften

Zürich – Die Idee einer Schweizer Superbank für die Verwaltung und Abwicklung ist gescheitert. Im letzten Jahr hatten sowohl die UBS als auch die CS die anderen Banken zur Zusammenarbeit aufgerufen. Laut der Finanzdienstleisterin SIX ist die Umsetzung einer Superbank aber unrealistisch.

Die SIX analysierte eine mögliche Umsetzung für ihre 130 Besitzerbanken. "Wir haben festgestellt, dass die Banken sehr unterschiedliche Prioritäten, Systeme und Timings haben, weshalb es schlicht zu schwierig war, einen gemeinsamen Nenner zu finden", sagte SIX-Sprecher Julian Chan zur Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte damit einen Bericht der "SonntagsZeitung".

Das Konzept der Superbank sieht vor, dass die Institute Backoffice-Bereiche wie Zahlungsverkehr, Kredit-, Wertschriften- und Dokumentenverarbeitung zusammenlegen. Die Bankkunden sollten davon nichts mitbekommen.

Die Banken sehen sich zu vermehrten Kooperationen angehalten, um Kosten zu senken. Deshalb will die SIX die Idee grundsätzlich weiterverfolgen, allerdings in einem etwas weniger ehrgeizigen Rahmen. "Der Kostendruck bleibt, dazu kommen die steigenden regulatorischen Anforderungen und die technische Entwicklung", sagt Chan.

Die SIX will deshalb einzelne Dienstleistungen für verschiedene Banken und Bankengruppen übernehmen. So baut sie derzeit gemeinsam mit IBM ein sogenanntes Security Operations Center zur Abwehr von Cyberattacken auf. Zudem vereinheitlichen die Banken unter der Führung der SIX ihre Bancomaten-Software. (APA/sda, 11.6.2017)

  • Banken sehen sich zu vermehrten Kooperationen angehalten, um Kosten zu senken.
    foto: reuters / wiegmann

    Banken sehen sich zu vermehrten Kooperationen angehalten, um Kosten zu senken.

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