Karmasin will Öffnung der Ehe nicht zum Wahlkampfthema machen

11. Juni 2017, 09:05
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Die Familienministerin hält derzeit eine Debatte über die Ehe für Homosexuelle nicht zielführend

Wien – Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) will die Öffnung der Ehe für Homosexuelle aus dem Wahlkampf heraushalten. Sich in dieser Phase mit dem Thema zu beschäftigen, hält sie nicht für zielführend, erklärte sie. Ein Antreten für die Volkspartei unter Sebastian Kurz lässt die Ministerin, die auf einem ÖVP-Ticket in der Regierung sitzt, offen.

Eine Kandidatur für die Nationalratswahl am 15. Oktober habe sie sich noch nicht überlegt, dafür sei es noch zu früh, stellte Karmasin fest. Aktuell werde in ihrem Ressort intensiv an Themen gearbeitet. Alle weiteren Fragen würden sich im Herbst stellen und davon abhängen, wie die Wahl ausgehe.

Beim Thema Gleichstellung von Homosexuellen zeigte sie sich "stolz auf das, was wir erreicht haben in den letzten Jahren", und verwies etwa auf die Adoptionsmöglichkeiten und die Verpartnerung am Standesamt – hierfür habe sie sich jahrelang eingesetzt, meinte die Ministerin. Mit dem emotionalen Thema sollte man sich aber nicht im Wahlkampf und nicht über Medien beschäftigen: "Das halte ich nicht für zielführend. Das verhärtet eher die Fronten, als dass es etwas bringt." Im Sommergespräch mit dem STANDARD im vergangenen Jahren, hatte sich Karmasin gegen die Öffnung der Ehe ausgesprochen. (APA, red, 11.6.2017)

  • Familienministerin Sophie Karmasin weiß noch nicht, ob sie bei der Nationalratswahl im Herbst antritt.
    foto: apa/hochmuth

    Familienministerin Sophie Karmasin weiß noch nicht, ob sie bei der Nationalratswahl im Herbst antritt.

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