England rettet 2:2, sieben Mal Deutschland

10. Juni 2017, 22:56
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Neo-Kapitän Kane verhinderte in letzter Minute ersten schottischen Sieg seit 1999 – Löw-Team schießt San Marino mit 7:0 ab

Glasgow – England und Schottland haben sich am Samstag in einem in der Schlussphase an Spannung nicht zu überbietenden Prestigeduell in der WM-Qualifikation 2:2 getrennt. Der erstmals als Kapitän aufgebotene Harry Kane rettete den "Three Lions" vor 52.000 Zuschauern in Glasgow dabei in der 93. Minute noch einen Punktgewinn. Minuten zuvor hatte Leigh Griffiths die Partie mit zwei herrlichen Freistoßtoren (87., 90.) vermeintlich zugunsten der Gastgeber umgedreht.

Die Engländer (14 Zähler), für die im Hampden Park auch der eingewechselte Alex Oxlade-Chamberlain (70.) traf, können mit dem Remis im 114. Aufeinandertreffen der beiden Teams deutlich besser leben. Sie sind nach vier Siegen und zwei Remis auch nach dem sechsten Spiel ungeschlagener Tabellenführer der Gruppe F. Schottland hat als Vierter weiter sechs Punkte Rückstand auf den Rivalen, die Chancen auf die Qualifikation stehen schlecht. Auf die zweitplatzierte Slowakei, die 2:1 (1:0) in Litauen gewann, fehlen drei Punkte. Vor den Schotten liegt auch noch Slowenien (11), das Schlusslicht Malta 2:0 (1:0) bezwang.

Die favorisierte Truppe von Teamchef Gareth Southgate übernahm nach der Anfangsviertelstunde das Kommando. Die Schotten igelten sich in der eigenen Hälfte ein, überstanden die Druckphase der Gäste aber bis zur Pause unbeschadet. Nach dem Seitenwechsel trauten sich die um ihre erste WM-Teilnahme seit 1998 kämpfenden Schotten etwas mehr zu, Topchancen aus dem Spiel heraus blieben aber aus.

Die Engländer machten das besser: Ein Livermore-Abschluss wurde an die Stange abgefälscht (51.), ehe Oxlade-Chamberlain (70.) fünf Minuten nach seiner Einwechslung eine Einzelaktion mustergültig abschloss. Er düpierte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel die komplette schottische Abwehr inklusive Keeper Gordon, der in dieser Szene nicht gut aussahDer Ball schien für Craig Gordon aber nicht unhaltbar.

Zwei Freistöße

Dank Stärke von Griffiths bei Standards kamen die Gastgeber aber nochmals zurück. Der Celtic-Stürmer versenkte den ersten Freistoß aus rund 25 Metern ins rechte Eck (87.), den zweiten kurz darauf ins linke (90.). Es waren seine ersten Tore im Teamdress und die ersten Gegentreffer Englands in der laufenden Qualifikation. Schottlands erster Heimsieg gegen England seit 1985 blieb aber aus, da Kane (93.) aus kürzester Distanz Volley vollendete. England, das das Heimspiel im November mit 3:0 gewonnen hatte, ist damit weiter seit 1999 gegen den Rivalen ungeschlagen.

Deutschland ohne Punkteverlust

Deutschland setzte in Gruppe C mit einem Schützenfest gegen San Marino seinen Siegeszug fort. Die neuformierte Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gewann in Nürnberg mit 7:0 (4:0) und feierte den sechsten Sieg im sechsten Spiel.

Mit 18 Punkten führt Deutschland das Klassement souverän an und hat das Ticket für die Endrunde in Russland so gut wie sicher. Sandro Wagner (17., 29., 85.) mit einem Dreierpack sowie Kapitän Julian Draxler (11.), Amin Younes (38.), Shkodran Mustafi (47.) und Julian Brandt (72.) trugen sich in Abwesenheit zahlreicher Stammkräfte in die Schützenliste ein. Die DFB-Elf ist nun seit dem Halbfinal-Aus gegen Gastgeber Frankreich bei der EURO im Sommer 2016 ungeschlagen.

"Verfolger" Nordirland siegte in Baku gegen Aserbaidschan duch ein Tor von Stuart Dallas (92.) mit 1:0 und hat trotz fünf Punkten Rückstand auf Deutschland weiter gute Aussichten. Tschechien steht als Dritter auch im Kampf um ein Playoff-Ticket schon mit dem Rücken zur Wand. In Norwegen sorgte Theodor Gebre Selassie (36.) zwar für die Führung, Alexander Söderlund (55./Elfmeter) glich jedoch noch aus. Den Tschechen fehlen jetzt schon vier Punkte auf die Nordiren.

Auch Polen marschiert

In der Gruppe E blieben die ungeschlagenen Polen (16) auf Aufstiegskurs. Erfolgsgarant beim 3:1-Erfolg gegen Rumänien war einmal mehr Robert Lewandowski. Der Bayern-Star sorgte in Warschau mit einem Hattrick (29./Elfmeter, 57., 62./Elfmeter) im Alleingang für die Entscheidung. Bogdan Stancu (77.) gelang nur Ergebniskosmetik.

Montenegro und Dänemark haben mit sechs Punkten Rückstand nur noch geringe Chancen auf die Direkt-Qualifikation. Die Montenegriner setzten sich in Podgorica auch dank drei Toren von Stevan Jovetic (28., 54., 82.) gegen Armenien 4:1 durch, die Dänen behielten in Almaty bei Schlusslicht Kasachstan mit 3:1 die Oberhand. (APA, red – 10.6. 2017)

ERGEBNISSE:

Gruppe C – 6. Runde:

Aserbaidschan – Nordirland 0:1 (0:0) Baku, Tor: Dallas (92.)

Deutschland – San Marino 7:0 (4:0) Nürnberg, Tore: Draxler (11.), Wagner (16., 29., 85.), Younes (38.), Mustafi (47.), Brandt (72.)

Norwegen – Tschechien 1:1 (0:1) Oslo, Tore: Söderlund (55./Elfmeter) bzw. Gebre Selassie (36.)

Gruppe E – 6. Runde:

Kasachstan – Dänemark 1:3 (0:1) Almaty, Tore: Kuat (76.) bzw. N. Jörgensen (27.), Eriksen (51./Elfmeter), Dolberg (81.).
Rote Karte: Islamkhan (43./Foul/Kasachstan)

Montenegro – Armenien 4:1 (2:0) Podgorica, Tore: Beciraj (2.), Jovetic (28., 54., 82.) bzw. Koryan (89.)

Polen – Rumänien 3:1 (1:0) Warschau, Tore: Lewandowski (29./Elfmeter, 57., 62./Elfmeter) bzw. Stancu (77.)

Gruppe F – 6. Runde:

Schottland – England 2:2 (0:0) Glasgow, Tore: Griffiths (87., 90./jeweils Freistoß) bzw. Oxlade-Chamberlain (70.), Kane

Slowenien – Malta 2:0 (1:0) Ljubljana, Tore: Ilicic (45.+2), Novakovic (84.)

Litauen – Slowakei 1:2 (0:1) Vilnius, Tore: Sernas (93.) bzw. Weiss (32.), Hamsik (58.)

  • Harry Kane hatte in Hampden das letzte Wort.
    foto: ap/heppell

    Harry Kane hatte in Hampden das letzte Wort.

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