Deutschland und Mexiko üben bei Freihandel Schulterschluss

10. Juni 2017, 10:18
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Beide Länder sehen Chancen in der Neuverhandlung von NAFTA

Mexiko-Stadt – Die beiden G-20-Länder Deutschland und Mexiko haben sich zum Freihandel bekannt. Mexiko und die EU sollten möglichst noch in diesem Jahr ein überarbeitetes Handelsabkommen abschließen, sagte der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto nach einem Treffen mit deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Mexiko-Stadt.

Hintergrund sind erhebliche Spannungen zwischen Mexiko und den USA unter Präsident Donald Trump, der mit einer Aufkündigung des NAFTA-Freihandelsabkommens für Nordamerika und dem Bau einer Mauer an der mexikanisch-amerikanischen Grenze gedroht hat.

Sowohl Merkel als auch Nieto bezeichneten es als Chance, dass sich die USA, Kanada und Mexiko nun auf eine Neuverhandlung des NAFTA-Abkommens geeinigt hätten. Dabei müssten aber auch die Interessen der in Mexiko vertretenen deutschen Unternehmen berücksichtigt werden, mahnte Merkel. Laut Nieto könnten die Gespräche Mitte August starten.

Mexiko ist ein wichtiger Produktionsstandort

Mexiko mit seinen rund 130 Millionen Einwohnern ist für die deutsche Wirtschaft ein wichtiger Produktionsstandort, auch für Exporte von dort in die USA. In dem Land, das 2018 Partner der Hannover-Messe wird, sind 1.900 deutsche Firmen tätig. 65 Prozent der Mitgliedsunternehmen der Außenhandelskammer Mexiko erwarten laut einer Umfrage in den kommenden Monaten trotz des Streits mit den USA bessere Geschäfte. 40 Prozent wollen danach mehr investieren. Der deutsch-mexikanische Handel belief sich 2016 auf 16,2 Milliarden Euro.

Laut Merkel und Nieto dienten die Gespräche auch der Vorbereitung des G-20-Gipfels in Hamburg Anfang Juli. Beide sprachen die Differenzen mit US-Präsident Trump nur indirekt an. Merkel warnte wie schon zuvor bei ihrem Besuch in Argentinien vor einer Politik der Abschottung. "Mexiko bekennt sich uneingeschränkt zum Pariser Klimaschutzabkommen", sagte Nieto – ebenfalls in Abgrenzung zu Trump, der gerade den Ausstieg seines Landes aus dem Klimavertrag verkündet hat. (APA, Reuters, 10.6.2017)

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