US-Präsident kritisiert Katar, US-Außenminister fordert Ende der Blockade

10. Juni 2017, 13:31
30 Postings

Rex Tillerson: "Wir erwarten, dass diese Staaten umgehend Schritte zur Deeskalation unternehmen und Gesten des guten Willens zeigen, um die Erschwernisse für alle Seiten zu beenden."

Washington – Verwirrende Signale aus Washington: Während US-Präsident Donald Trump Katar als langjährigen Unterstützer von Terrorismus kritisiert, fordert US-Außenminister Rex Tillerson ein Ende der Blockade. "Katar ist leider seit Jahren ein Finanzier von Terrorismus und das auf sehr hohem Niveau. Damit muss Schluss sein", sagte Trump am Freitag in Washington und stellte die Isolation als Ergebnis seiner eigenen Gespräche in der Region dar.

bloomberg politics

Außenminister Rex Tillerson hatte Minuten zuvor erklärt, die Isolation des Emirats durch Saudi-Arabien und andere arabische Staaten habe negative humanitäre Folgen. Auch der US-geführte Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat werde dadurch beeinträchtigt. Die USA unterhalten ihren größten Militärstützpunkt im Nahen Osten in Katar.

"Wir erwarten, dass diese Staaten umgehend Schritte zur Deeskalation unternehmen und Gesten des guten Willens zeigen, um die Erschwernisse für alle Seiten zu beenden", erklärte Tillerson vor Reportern. Saudi-Arabien hat zurückhaltend auf diese Aufforderung reagiert. Zwar wurde der Aufruf am Samstag von der staatlichen Nachrichtenagentur SPA aufgegriffen. Allerdings fehlte Tillersons Aussage, die Isolation des Emirats durch das Königreich und andere arabische Staaten habe negative humanitäre Folgen. Saudi-Arabien und Bahrain begrüßten dagegen die Forderung von Trump, Katar müsse die Terrorfinanzierung beenden.

Russland bot indes eine Vermittlung im Konflikt zwischen Katar und seinen Nachbarn an. Die größte Herausforderung sei der Kampf gegen den Terrorismus – deshalb bräuchten die arabischen Staaten Einigkeit, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Gespräch mit seinem katarischen Amtskollegen Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani am Samstag in Moskau. Der Minister aus Katar betonte, sein Land setze auf eine diplomatische Lösung des Konflikts. (Reuters, APA, dpa, 10.6.2017)

    Share if you care.