Französischer Fotoreporter soll aus Türkei ausgewiesen werden

9. Juni 2017, 15:27
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Depardon seit einem Monat in Abschiebezentrum Gaziantep inhaftiert

Paris/Ankara – Der französische Fotoreporter Mathias Depardon, der seit einem Monat im Süden der Türkei inhaftiert ist, soll noch am Freitag ausgewiesen werden. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, Depardon sei im Flugzeug auf dem Weg nach Istanbul, um noch am Abend nach Frankreich ausgewiesen zu werden.

Am Vortag hatte Depardon erstmals Besuch von seiner Mutter im Abschiebezentrum von Gaziantep erhalten dürfen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich am 3. Juni bei seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan für die Freilassung Depardons eingesetzt. Der 37-Jährige, der seit mehreren Jahren als freier Journalist in Istanbul lebt, war am 8. Mai in Hasankeyf festgenommen worden, als er für eine Reportage für das Magazin "National Geographic" arbeitete. Trotz eines Ausweisungsbescheids saß er seitdem fest.

Die Türkei steht international wegen der Einschränkung der Pressefreiheit und der Verfolgung kritischer Journalisten in der Kritik. In den vergangenen Monaten wurden bereits die ausländischen Reporter Olivier Bertrand und Gabriele del Grand ausgewiesen. Zudem befindet sich der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel seit nunmehr fast vier Monaten in Istanbul in Haft.

Ende April wurde außerdem die deutsche Journalistin Mesale Tolu festgenommen. Die deutsche Regierung setzt sich für ihre Freilassung ein. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf bei einer Pressekonferenz mit seinem deutschen Kollegen Sigmar Gabriel (SPD) am Montag europäischen Geheimdiensten vor, ihre Agenten als Journalisten in die Türkei zu schicken. Auch in der türkischen Presse stieß dieser Vorwurf auf scharfe Kritik. (APA, 9.6.2017)

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