Diabelli Sommer: Tönende Donaumonarchie

9. Juni 2017, 15:38
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Musikalische Zeitreisen in Mattsee unter dem Motto: "Aus der Donaumonarchie"

Salzburg – Der Mattseer Diabelli Sommer steht unter dem Motto "Aus der Donaumonarchie". Eine dankbare Themenstellung, denn zur Zeit des Vielvölkerreichs schufen viele Komponisten große Werke, allerdings gibt es auch Ausnahmen in Form zeitgenössischer Kompositionen zu hören. Etwa vom vielseitigen Salzburger Stradivari-Geiger Benjamin Schmid.

Mit seinem bayerischen Mozarteumskollegen Andreas Hofmeir (Tuba) wird er Jazz spielen. Schmid zeichnet auch für das Finale (in der Stiftskirche) verantwortlich, wenn er am 14. September mit dem Haydn Quartett nicht nur Violinkonzerte des Namenspatrons, sondern auch Werke von Friedrich Gulda und dem Romantiker Karl Goldmark aufführen wird.

Am Sonntag übernimmt die Camerata Salzburg die Eröffnung, bei der neben Schönberg, Schubert und Janacek auch das Konzert für Violoncello und Streicher des Camerata-Geschäftsführers Shane Woodborne uraufgeführt wird. Krauthügler Aufstreich nennen sich vier Musiker des Mozarteumorchesters, die einen Abend mit Volksmusik präsentieren, ebenfalls abseits des Festivalmottos gibt das Duo de Roo Tango Affairs.

Das Reisebuch

Ein Diabelli-Höhepunkt findet am 13. Juli statt, wenn Ernst Kreneks Reisebuch aus den österreichischen Alpen auf dem Programm steht: Das Lebenswerk des gebürtigen Wieners (Jahrgang: 1900) beschreibt zum großen Teil die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Als fleißiger Komponist schuf er weit über 200 Werke, die unterschiedliche Formen erprobten.

Der Liederzyklus Reisebuch aus den österreichischen Alpen entstand als Folge seiner Heimaterkundung. Als plötzlich wohlhabender Komponist, er hatte mit der Oper Jonny spiet auf einen großen Erfolg erreicht, erwanderte Krenek 1929 Österreich und wurde hernach von einem Schaffensdrang erfasst, der Erlebtes zum Kunstlied formte. Es entstand der klingende Reisebericht, in nur 20 Tagen schrieb Krenek 20 Lieder: "Ich glaube, es war das einzige Mal in meinem Leben, dass ein Werk so offensichtlich und unmittelbar durch Erleben inspiriert wurde." Interpretiert wird das von Alexander Kaimbacher und der Pianistin Anna Sushon. (Gerhard Dorfi, 9.6.2017)

11. 6.-14. 9.: Stiftskirche und Schloss Mattsee, 19.30, Infos & Karten: 0664/586 75 17

www.diabellisommer.at

  • Auch der österreichische Geiger Benjamin Schmid wird beim Diabelli Sommer zu hören sein – allerdings mit seinen Ansichten zum swingenden Jazz. Foto: Archiv
    foto: archiv

    Auch der österreichische Geiger Benjamin Schmid wird beim Diabelli Sommer zu hören sein – allerdings mit seinen Ansichten zum swingenden Jazz. Foto: Archiv

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