Wien: 10.000 neue Stammzellenspender

    10. Juni 2017, 07:00
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    Für viele Blutkrebs-Patienten ist eine Stammzellenspende oft die einzige Chance. Auch in Österreich steigt die Zahl der freiwilligen Spender

    Es fließt kein Tropfen Blut mehr und ist im Handumdrehen erledigt: Sich als potenzieller Stammzellspender registrieren zu lassen funktioniert kurz und schmerzlos mit einem Wangenabstrich. Weltweit stehen derzeit 30 Millionen Spender vor allem für Leukämiepatienten zur Verfügung. Alleine im Raum Wien konnten 10.000 neue Spender gewonnen werden.

    85 Prozent der österreichischen Blutkrebs-Patienten können derzeit mit der oft einzig verbliebenen Therapie versorgt werden. "Die weltweite Situation ist ein wirklich unglaublicher Erfolg", so Agathe Rosenmayr, Leiterin der Stammzellspenderdatei der MedUni Wien an der Klinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin. Sie rekrutiert unermüdlich neue potenzielle Lebensretter. Ungefähr 65.000 Österreicher wurden in den vergangenen Jahren als Stammzellspender gewonnen, 10.000 von ihnen allein in den vergangenen drei Jahren im Raum Wien.

    Für die meisten Patienten ist die Spende die allerletzte Option. Bei Kindern liegt die Heilungsrate bei Blutkrebs mittlerweile bei rund 90 Prozent, Spenden-Aufrufe bei Einzelschicksalen werden meist gut angenommen. Pro Jahr erkranken in Österreich rund 1.000 Menschen an Blutkrebs.

    Auf Spenden angewiesen

    Weniger erfreulich sind die finanziellen Rahmenbedingungen: Rund 50 Euro kostet die DNA- bzw. Gewebe-Typisierung eines potenziellen Stammzellenspenders. Derzeit melden sich genügend Freiwillige, allerdings sind die Kosten für die entscheidenden Labor-Tests gedeckelt. Es sei eine Schande, dass die Medizinische Universität betteln gehen müsse bzw. auf Spenden angewiesen sei. Könnte man genügend Spender typisieren und somit auch öfters liefern, könnte sich das System eventuell eines Tages selbst erhalten, sagt Rosenmayr.

    Derzeit erhält rund jeder zehnte Stammzell-Empfänger eine Spende aus dem Inland. Dank der guten internationalen Vernetzung kann aber meist international innerhalb eines Monats eine Übereinstimmung gefunden werden. Maximal sechs Stunden hängt man als Lebensretter an Tropf, dann und wann wird, vor allem bei Kindern, auch noch eine Knochenmarks-Transplantation durchgeführt.

    Sowohl Knochen- als auch Stammzellen-Transplantationen sind meist die allerletzte Chance auf Heilung bei Krebserkrankungen des blutbildenden Systems, vor allem bei akuten Leukämien und Lymphomen. (APA, 10.6.2017)

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