Südtiroler Impfgegner wollen Asyl in Österreich beantragen

9. Juni 2017, 11:16
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Reaktion auf beschlossene Impfpflicht: "Wir werden unsere Kinder nicht vergiften"

Rom – In Italien wächst der Protest gegen eine seit Donnerstag geltende Impfpflicht für Schulkinder. 130 Südtiroler Familien haben nun angekündigt, dass sie "Asyl" in Österreich beantragen werden, um ihren Nachwuchs nicht impfen zu müssen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die Eltern wandten sich schriftlich an Italiens Staatschef Sergio Mattarella, an seinen österreichischen Amtskollegen Alexander Van der Bellen und an den Uno-Menschenrechtsrat in Genf. Sie wollen damit verhindern, dass ihre Kinder geimpft werden müssen, berichtete Reinhold Holzer, Aktivist der Elterninitiative "Ökokinderrechte Südtirol".

"Wir werden unsere Kinder nicht vergiften. Nicht nur diejenigen Menschen beantragen Asyl, die vor einem Krieg flüchten, sondern auch diejenigen, die ihre Rechte verletzt sehen", sagte Holzer. Südtirol ist die italienische Region mit der höchsten Rate an Impfverweigerungen.

Impfpflicht ab September

Präsident Mattarella unterzeichnete diese Woche das Regierungsdekret, mit dem die Impfpflicht ab dem kommenden Schuljahr eingeführt wird. Geimpft werden soll gegen zwölf Krankheiten, darunter Masern, Hirnhautentzündung, Tetanus, Kinderlähmung, Mumps, Keuchhusten und Windpocken (Feuchtblattern).

Ungeimpfte Kinder werden künftig nicht in Krippen, Kindergärten und Vorschulklassen aufgenommen. Eltern schulpflichtiger Kinder ab sechs Jahren, die nicht geimpft sind, müssen Strafen von bis zu 7.500 Euro zahlen. Ihnen droht sogar der Verlust des Fürsorgerechts.

Gegen die Impfpflicht ist am Sonntag in Rom eine Protestkundgebung geplant. Am selben Tag sind Sit-ins in mehreren Städten vorgesehen. Anti-Impf-Verbände riefen zudem zu einer nationalen Protestkundgebung am 8. Juli in der Stadt Pesaro auf. In den meisten europäischen Ländern gibt es eine derartige Pflicht nicht. Impfverweigerer beschuldigen die Regierung, im Dienst einflussreicher Pharmalobbys zu stehen. (APA, 9.6.2017)

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