Österreichs Wirtschaft wächst 2017 stärker als erwartet

9. Juni 2017, 10:49
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Die Prognosen wurden deutlich nach oben revidiert. Der Außenhandel florierte im ersten Quartal

Wien – Die Europäische Zentralbank bescheinigt der europäischen Wirtschaft bessere Aussichten, insbesondere Österreich. Am Freitag hat auch die Nationalbank ihre Konjunkturprognose angehoben.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll heuer in Österreich real um 2,2 Prozent wachsen, für 2018 und 2019 werden 1,7 und 1,6 Prozent erwartet. Gegenüber der Vorschau vom Dezember ist das eine zum Teil Anhebung um 0,7, 0,2 und 0,1 Prozentpunkte.

Österreichs Wirtschaft werde heuer erstmals seit 2013 mindestens genauso stark, wenn nicht sogar stärker wachsen als der Euroraum insgesamt, sagte Nationalbank-Chef Ewald Nowotny.

Außenhandel floriert

Der Außenhandel florierte im ersten Quartal, sowohl bei Importen als auch bei Exporten gab es starke Zuwächse. Der Gesamtwert der Einfuhren lag von Jänner bis März nominell mit 36,94 Milliarden Euro um 9,4 Prozent über dem ersten Quartal 2016. Die Ausfuhren stiegen nach vorläufigen Ergebnissen der Statistik Austria um 10,3 Prozent auf 35,54 Milliarden Euro.

Das Handelsbilanzdefizit ist gegenüber dem Vorjahr gesunken – von 1,55 auf 1,4 Milliarden Euro. Aus der EU kamen Waren um 25,17 Milliarden Euro nach Österreich (+7,3 Prozent). Die Ausfuhren in die EU stiegen noch deutlicher – um 11,4 Prozent – auf 25,22 Milliarden Euro. Somit kam es im Gegensatz zum Vorjahresquartal, als es ein Handelsbilanzdefizit von 830 Millionen Euro gab, zu einem Handelsbilanzüberschuss von immerhin 50 Millionen.

"Arbeitstätige Bereinigung"

53,6 Prozent der Einfuhren (19,79 Milliarden Euro) und 54,5 Prozent (19,36 Milliarden Euro) der Ausfuhren entfielen auf die G7-Länder (Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien, USA). Abgesehen von Japan und Kanada waren alle G7-Staaten in den Top Ten von Österreichs Exportländern zu finden. Deutschland, die USA und Italien belegten die ersten drei Plätze.

Seit Neuestem weist die Statistik Austria auch eine sogenannte arbeitstätige Bereinigung aus. Nicht immer gibt es pro Monat oder pro Quartal gleich viele Arbeitstage. So war das auch heuer im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr. Das erste Quartal 2016 hatte drei Arbeitstage weniger als das heurige (61 vs. 64). Arbeitstätig bereinigt stiegen die Einfuhren somit um 7,2 Prozent und die Ausfuhren um 8,2 Prozent. (APA, 9.6.2017)

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