Airbus: 35.000 neue Flugzeuge in den nächsten zwei Jahrzehnten benötigt

9. Juni 2017, 09:58
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Airbus erwartet weiter eine steigende Flugzeug-Nachfrage. Chef Enders ist wegen Katar-Krise besorgt

Toulouse – Der Flugzeugbauer Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Verkehrsjets. In den Jahren 2017 bis 2036 würden weltweit voraussichtlich 34.899 neue Passagier- und Frachtflugzeuge benötigt, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Präsentation von Airbus-Verkaufschef John Leahy. Das sind um 1.829 Maschinen mehr als vor einem Jahr vorhergesagt. Bei den Passagierflugzeugen bezieht sich Airbus auf Typen mit mindestens 100 Sitzplätzen.

Dabei kommt der Zuwachs durchweg von den Mittelstreckenjets wie dem Airbus A320neo und der Boeing 737-MAX sowie mittelgroßen Langstreckenjets mit zwei Triebwerken wie dem Airbus A350 und Boeings 787 "Dreamliner".

Bei den größten Typen mit mehr als 400 Sitzen wie dem Airbus A380 und der Boeing 747-8, aber auch der modernisierten Boeing 777X, zollt Leahy der schwachen Nachfrage aus den vergangenen Jahren etwas Tribut. Die Zahl von 1.406 Maschinen dieser Größe, die ihm zufolge bis 2036 benötigt werden, liegt um 74 Exemplare niedriger als in seiner letzten Prognose.

Besorgnis wegen Katar-Krise

Airbus-Chef Tom Enders hat sich besorgt über den Streit seines Kunden Katar mit den anderen Ländern am Golf geäußert. Jede Störung in irgendeiner für Airbus wichtigen Region sei für das Unternehmen ein Grund zur Besorgnis, sagte Enders am Donnerstag vor Journalisten in Toulouse im Vorfeld der Luftfahrtschau von Paris.

Auch das Verbot von katarischen Flügen an manche Flughäfen mache ihn nachdenklich. Airbus hoffe, dass diese Störungen sich nicht zu einem längerfristigen Konflikt entwickelten.

Enders erklärte mit Blick auf die Brexit-Verhandlungen zudem, Airbus mit seinen Werken in Großbritannien und anderen Ländern Europas hoffe weiterhin auf einen freien Personenverkehr. Auch jedwede Zollschranken könnten einen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns haben. (APA, 9.6.2017)

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