Merkel: EU muss bei Lateinamerika-Abkommen kompromissbereit sein

9. Juni 2017, 08:12
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Appell an die deutsche Landwirtschaft zur Kompromissbereitschaft

Buenos Aires – Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat die EU und die deutsche Landwirtschaft zur Kompromissbereitschaft für den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der südamerikanischen Staatengruppe Mercosur aufgerufen. "Das Aushandeln eines Freihandelsabkommens ist immer eine schwierige Angelegenheit", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Mauricio Macri in Buenos Aires.

Auch Deutschland sei nicht immer ein einfacher Partner. Man habe Interessen immer stark vertreten. Zudem gebe es in der Bundesrepublik eine starke Landwirtschaft, die zum Teil sehr skeptisch auf solche Abkommen schaue. Merkel mahnte aber zugleich: "Wenn es den Willen gibt, so ein Abkommen abzuschließen, (...) dann müssen wir auch Kompromisse eingehen." Andere Abkommen hätten gezeigt, dass beide Seiten davon profitierten. Die EU will das Abkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay noch in diesem Jahr abschließen.

Macri hatte versichert, dass auch das politisch und wirtschaftlich angeschlagene Brasilien hinter dem Abkommen stehe. "Nach 20 Jahren der Gespräche sehen wir die Chance auf eine Einigung mit der EU." Deshalb sei er sehr optimistisch. "Ich glaube, dass Kanzlerin Merkel mehr Arbeit mit Protektionismus haben wird als wir in Mercosur", sagte der Staatschef mit Blick auf protektionistische Tendenzen gerade im Agrarsektor in Frankreich, Polen und Österreich. (APA, Reuters, 9.6.2017)

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