Gesetz zur Abdankung von Japans Kaiser Akihito verabschiedet

9. Juni 2017, 07:26
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Es ist das erste Mal seit 200 Jahren, dass ein japanischer Kaiser abdankt. Der Wechsel zu Naruhito wird Anfang 2019 erwartet

Tokio – Erstmals seit rund 200 Jahren wird in Japan ein Kaiser abdanken. Das Parlament kam dem Wunsch des 83 Jahre alten Kaisers Akihito am Freitag nach und verabschiedete ein dafür notwendiges Sondergesetz. Dadurch verhindert die rechtskonservative Regierung, dass künftige Kaiser ebenfalls zu Lebzeiten abdanken.

Laut japanischen Medienberichten könnte Akihito nach rund 30 Jahren auf dem Thron an seinem 85. Geburtstag im Dezember 2018 abdanken. Sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (57), wird seinem Vater dann auf den Chrysanthementhron folgen, möglicherweise am 1. Jänner 2019.

Nachlassende Kräfte

Akihito hatte im vergangenen August in einer seltenen Video-Botschaft deutlich zu erkennen gegeben, angesichts seiner nachlassenden Kräfte abdanken zu wollen. Nun stellt sich jedoch immer drängender die Frage einer stabilen Thronfolge in der ältesten Erbmonarchie der Welt. Denn die Zahl der Familienmitglieder am Hofe nimmt stetig ab. Eine Debatte zum Beispiel über die Einführung der weiblichen Erbfolge hat der rechtskonservative Ministerpräsident Shinzo Abe bisher verhindert. Die Mehrheit seiner konservativen Wähler lehnt dies ab.

Kürzlich hatte der Hof mitgeteilt, dass das erste Enkelkind des Kaisers, Prinzessin Mako, sich bald verloben werde. Weibliche Mitglieder der Monarchenfamilie verlieren ihren Status als Angehörige des Hofes, wenn sie einen Bürgerlichen heiraten. Makos jüngster Bruder, der zehn Jahre alte Prinz Hisahito, ist nun das einzige männliche Mitglied der jüngsten Generation der kaiserlichen Familie.

Aufruf an die Regierung

In einer dem Abdankungsgesetz hinzugefügten Resolution wird die Regierung zwar aufgerufen, zumindest eine Debatte zu führen, zum Beispiel darüber, Prinzessinnen auch nach Heirat mit einem Bürgerlichen den Verbleib in der Kaiserfamilie zu ermöglichen. Einen Zeitrahmen dafür gibt es aber nicht.

Der im Volk äußerst beliebte Akihito, dessen Regentschaft den Namen Heisei ("Frieden schaffen") trägt, ist der erste Tenno, der sein Amt nicht mehr als "Gott" antrat. Laut der Nachkriegsverfassung muss sich Akihito, der am 12. November 1990 offiziell zum 125. Tenno ausgerufen worden war, auf die Rolle als Symbol der Einheit der Nation beschränken. Regierungsbefugnisse sind dem Kaiser alle genommen. (APA, 9.6.2017)

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    foto: ap/koji sasahara
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