Emir von Katar lehnt Reise nach Washington ab

8. Juni 2017, 19:21
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Präsident Trump und UN-Generalsekretär Guterres bieten Vermittlung an

Doha/New York – Der Emir von Katar lehnt einem Regierungsvertreter zufolge eine Reise zu Vermittlungsgesprächen in die USA ab, solange die Blockade seines Landes anhält. Tamim bin Hamad al-Thani plane keine Auslandsreise, sagte der Regierungsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. US-Präsident Donald Trump hatte dem Emir am Mittwoch in einem Telefongespräch seine Hilfe angeboten und ein Treffen im Weißen Haus vorgeschlagen.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres bot sich in der diplomatischen Krise als Vermittler an. Ein Sprecher sagte, Guterres sei dazu bereit, wenn alle beteiligten Parteien dies wollten. "Der Generalsekretär verfolgt die Situation im Nahen Osten mit großer Sorge", sagte der Sprecher. "Er fordert die Länder in der Region auf, auf eine Eskalation zu verzichten und daran zu arbeiten, ihre Differenzen zu überwinden."

Das Emirat am Persischen Golf, das halb so groß wie Mecklenburg-Vorpommern ist, wird seit dieser Woche von seinen arabischen Nachbarn weitgehend isoliert. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Staaten werfen der Regierung in Doha Terrorfinanzierung vor und lehnen ihre Verbindungen zum schiitischen Erzfeind Iran ab. Katar weist die Vorwürfe zurück. Ein Diplomat hat die Sanktionen der anderen Staaten mit der Blockade West-Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg verglichen. Das Land ist hochgradig von Importen abhängig. (Reuters, 8.6.2017)

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