Regenbogenparade heuer von neuntägigem Festival begleitet

8. Juni 2017, 13:15
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Von 9. bis 18. Juni, Parade am 17. Juni als Höhepunkt – 150.000 Teilnehmer sowie Kanzler Kern erwartet

Wien – Am 17. Juni zieht die Wiener Regenbogenparade zum 22. Mal über die Ringstraße. Das Event, das für gleiche Rechte für Homosexuelle und Transgendermenschen wirbt, wird heuer auf mehrere Orte in der Stadt ausgeweitet und zu einem neuntägigen Festival von 9. bis 18. Juni ausgebaut, kündigten die Veranstalter am Donnerstag an.

Richtig los geht es am Samstag, an dem zum ersten Mal ein "Pride-Tag" im Prater stattfindet. Auf der Hauptbühne am Riesenradplatz wird eine Live-Show für Unterhaltung sorgen. Erstmals Teil der "Vienna Pride"-Woche ist auch der Tiergarten Schönbrunn, wo es am Sonntag unter anderem eine Schnitzeljagd und Kinderschminken geben wird. Im Rahmen des Festivals finden außerdem Kooperationen mit Museen und ein Filmabend im Schikaneder-Kino statt. Am Mittwoch eröffnet das Pride Village am Rathausplatz.

"Andersrum" unterwegs

Höhepunkt ist die Parade am 17. Juni, die heuer unter dem "Many colours – One community" stattfindet. Der Demozug startet um 14 Uhr auf Höhe des Rathausplatzes, wo im Pride Village bereits ab 10 Uhr Programm geboten wird. Nachdem die Parade im vergangenen Jahr wegen des gleichzeitig stattfindenden "Marschs für Jesus" in Fahrtrichtung um den Ring zog, wird sie heuer wieder traditionell "andersrum" unterwegs sein.

Ab 18 Uhr wird die Zugspitze wieder beim Rathausplatz erwartet, wo die Celebration mit Ansprachen von Aktivisten und Politikern – unter anderen wird Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) erwartet – sowie der Prämierung der besten Beiträge stattfinden wird und Song-Contest-Teilnehmer Nathan Trent auftritt.

Organisator Christian Högl, Obmann der Homosexuellen-Initiative Wien, geht von einem Teilnehmerrekord aus. Er erwartet 150.000 Teilnehmer bei der Parade und an den einzelnen Festivaltagen rund 1.000 Besucher. "In zwei Jahren findet die Europride in Wien statt, das ist ein Ziel, auf das wir alle hinarbeiten", sagt Högl. 59 Fahrzeuge haben sich bisher für die Parade angemeldet, von großen Sattelschleppern über Straßenbahnen bis zu kleineren Wagen. Erstmals dabei sein wird der Verein Wiener Jugendzentren.

Appell an Kurz

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) erinnerte daran, dass in Wien etwa mit der Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle schon viel in Richtung Gleichstellung passiert sei. "Heute kann ich mit Stolz sagen, dass wir unsere Hausaufgaben in Wien erledigt haben." Sie forderte allerdings einmal mehr die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. "Es geht darum, dass die ÖVP endlich ihren Widerstand aufgibt", sagte Vassilakou. "Ich nutze die Gelegenheit, (ÖVP-Chef Sebastian, Anm.) Kurz aufzurufen zu beweisen, dass es angeblich anders wird in der ÖVP."

Der für Antidiskriminierung zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) bekräftigte die Forderung. "Ich kann nur appellieren, in dieser Frage 'neu' zu sein", sagte er in Richtung des neuen ÖVP-Chefs, der die Öffnung der Ehe erst am Donnerstag im "ZiB 2"-Interview abgelehnt hatte.

Im Anschluss an die Pressekonferenz wurde traditionell der Startschuss zur "Vienna Pride"-Woche gegeben: Die Regenbogenfahne wurde am Wiener Rathaus gehisst. (APA, 8.6.2017)

  • Artikelbild
    foto: apa/hans punz
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