Dringend: Die UV-Überdosis drosseln

    8. Juni 2017, 10:18
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    Die Zahl der Melanom-Neuerkrankungen hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt – der Körper merkt sich Sonnenbestrahlung ein Leben lang

    Gemischte Aussichten für Sonnenhungrige: Man muss das Sonnenbaden nicht völlig vermeiden. Auf die Dosis kommt es an. Auch wenn es einen gewissen genetischen Aspekt gibt, Hautkrebs steht in direktem Zusammenhang mit UV-Bestrahlung. Das beweisen nicht zuletzt die Zahlen aus Australien, die mindestens fünfmal höher liegen als hierzulande.

    Die Indizien weltweit ließen auf eine Verdopplung der Fälle innerhalb von zehn Jahren schließen, so Dermatologe Hubert Pehamberger, der auch gleich mit dem einen oder anderen Mythos aufräumte. Ja, Sonnencremen schützen tatsächlich. Aber sie seien weder Allheilmittel noch Freifahrtsschein. "Die beste Hautkrebs-Vorsorge ist die Vermeidung von extremer Sonnenbestrahlung".

    Dabei unterscheidet man zwischen den eher weniger gefährlichen weißen und den bösartigen schwarzen Varianten. Aber selbst diese, auch malignes Melanom genannt, überleben heute vier von fünf Patienten. Da es im Gegensatz zu anderen Krebsarten auf der Haut liegt, kann auch das gefährlichste Melanom theoretisch rechtzeitig weggeschnitten werden – bevor Metastasen entstehen.

    Muttermale kontrollieren

    Das 30-jährige Jubiläum der Initiative "Sonne ohne Reue", die auch ungewöhnliche Wege geht und etwa in Freibädern Muttermal-Untersuchungen in der Badehose anbietet oder in Kindergärten und Schulen für die Sommer-Gefahren sensibilisiert, wird mit besonderen Aktionen begangen. Effizienter Sonnenschutz und regelmäßige Kontrolle vor allem von Muttermalen haben sich bereits recht gut etabliert, da die Gefahr steigt, sollte auch das Bewusstsein Schritt halten.

    Neben neuen Broschüren, die über alle aktuellen Aspekte zum richtigen Umgang mit der Sonne informieren, setzt man in den sozialen Medien ein "Zeichen fürs Leben": Vor dem Hintergrund von Fürsorge-Gedanken und Achtsamkeit soll zu einer verstärkten gegenseitigen Kontrolle von Muttermalen und Einschmieren bei Aktivitäten unter freiem Himmel animiert werden.

    Die Österreichische Krebshilfe informiert seit 1988 gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie über Hautkrebsvorsorge. Ziel ist die Aufklärung über ein gesundes Leben mit der Sonne. (red/APA, 8.6.2017)

    • In der Sonne braten: Die Hautzellen merken sich jede Überdosis und stellen die Weichen für eine Hautkrebs. Sonnencremen sind kein Freifahrtschein.
      foto: apa

      In der Sonne braten: Die Hautzellen merken sich jede Überdosis und stellen die Weichen für eine Hautkrebs. Sonnencremen sind kein Freifahrtschein.

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