Wo im Sommerurlaub die Kostenfallen lauern

11. Juni 2017, 16:00
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Wer das Budget für den Aufenthalt vor Ort schonen will, kann mit ein paar Grundregeln unnötige Kosten vermeiden

Wien – Strandhändler, Flaniermeilen, Restaurants, Souvenirs. Im Urlaub gibt es genügend Möglichkeiten, mehr Geld auszugeben, als man eigentlich gedacht hatte. Damit das Urlaubsbudget am Ende kein Loch in die Haushaltskasse reißt, gibt es einige Tipps.

Währung Wer sich innerhalb der Eurozone bewegt, muss an Wechselkurse freilich nicht denken. Kann im Urlaubsland aber nicht mit Euro bezahlt werden, sollte nur ein kleiner Betrag vor Reiseantritt getauscht werden, um erste Erfrischungen oder die Taxifahrt zu bezahlen. Konsumentenschützer empfehlen, nicht das gesamte Urlaubsgeld zu tauschen und in bar bei sich zu tragen. Denn im Fall eines Diebstahls ist die Urlaubskasse auf einen Schlag leer. Zu berücksichtigen ist, dass Banken oder Wechselstuben immer Wechselgebühren verlangen.

Abheben Beim Bezahlen und Abheben mit der Plastikkarte können Spesen lauern. Ein Test der Arbeiterkammer zeigt: In Nichteuro-ländern werden immer Spesen verrechnet. In Euroländern ist zahlen spesenfrei, abheben nicht immer. Achtung: Bei Plastikkarten können zudem – je nach Kontomodell – Buchungszeilenkosten anfallen. Hier die Details:

Kreditkarte "Zahlen mit der Kreditkarte im Euroraum ist spesenfrei", sagt AK-Konsumentenschützerin Michaela Kollmann. "Abheben hingegen ist in Euroländern, also auch in Österreich, teuer – drei bis 3,3 Prozent vom abgehobenen Betrag, mindestens aber 2,50 bis vier Euro fallen an." In Nichteuroländern fallen beim Einkaufen zwischen 1,5 und zwei Prozent von der Einkaufssumme an. Beim Abheben im Nichteuroraum fällt zu den drei bis 3,3 Prozent noch eine Manipulationsgebühr von bis zu zwei Prozent an.

Bankomatkarte Wer die Bankomatkarte zückt, hat beim Zahlen und Abheben in Euroländern für gewöhnlich keine Gebühren. "In Deutschland können aber Spesen beim Abheben verrechnet werden, wenn die Automaten von Abwicklungsgesellschaften betrieben werden", sagt Kollmann. Die Spesen bei Bankomatkarten in Nichteuroländern haben sich heuer verändert. Sie waren jahrelang einheitlich, nun sind sie je nach Bank unterschiedlich hoch. Wer mit der Bankomatkarte im Nichteuroraum zahlt, muss mit Spesen bis zu 1,50 Euro plus ein Prozent vom Betrag rechnen. Wer Geld abhebt, muss Spesen von bis zu 2,31 Euro plus 0,95 Prozent vom Betrag einkalkulieren.

Telefon Die Roamingzuschläge im EU-Ausland fallen grundsätzlich mit 15. Juni. Anbieter dürfen ihren Kunden dann in der Regel keine zusätzlichen Entgelte fürs Telefonieren, Surfen oder für SMS berechnen. Die von der EU verordnete Devise "Roam like at home" gilt für Kunden in der EU. Aber Achtung: Das völlige Aus für Extrakosten bedeutet dies nicht in jedem Fall, denn es gibt viele Ausnahmen. Mit Zuschlägen muss gerechnet werden, wenn überwiegend im Ausland telefoniert und gesurft wird. Anbieter können zudem die zuschlagsfrei nutzbare Datenmenge bei bestimmten Tarifen beschränken.

Krankenschein Nicht selten drohen im Urlaub Kosten aufgrund von Unfällen, für die es keine Haftung gibt. Auf die Reiseversicherung, die mit der Nutzung der Kreditkarte einhergeht, sollte man sich laut Experten nicht verlassen. Besser ist es, genau zu prüfen, was durch die Kreditkarte versichert ist, wo eine Zusatzversicherung lohnt und ob die E-Card am Urlaubsort gültig ist.

All inclusive Auch bei Komplettangeboten lohnt es sich, genau nachzufragen. Oft sind in Clubhotels zum Beispiel nur nichtalkoholische Getränke inkludiert. Wer also viel Zeit an der Hotelbar verbringt, darf sich über außerordentliche Kosten im Fall des Falles nicht wundern. (Bettina Pfluger, 8.6.2017)

  • Wer am Urlaubsort mit der Bankomat- oder Kreditkarte Geld abhebt, ist vor Spesen nicht gefeit.
    foto: apa/georg hochmuth

    Wer am Urlaubsort mit der Bankomat- oder Kreditkarte Geld abhebt, ist vor Spesen nicht gefeit.

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