Standorte der Wiener Gebietsbetreuung werden reduziert

8. Juni 2017, 11:00
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Die Struktur der Grätzelbüros gegen Gentrifizierung soll laut Stadtrat Michael Ludwig ab 2018 "schlanker" werden

Wien – Mit dem Ziel, gegen Gentrifizierung vorzugehen sowie Bürgerbeteiligung und sozialen Zusammenhalt in den Wiener Grätzeln zu stärken, richtete die Stadt 1974 die Gebietsbetreuung Stadterneuerung (GB) ein. Die privaten Auftragnehmer – Architekten, Raum- oder Landschaftsplaner – fördern etwa urbanes Gärtnern, organisieren Erkundungstouren oder Reparaturcafés und bieten Mietrechtsberatung an.

Mit der neuen Auftragsperiode ab Jänner 2018 soll die Gebietsbetreuung neu organisiert werden, gab Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Mittwoch bekannt. Die Strukturen würden "schlanker".

Erreicht wird das, indem die mobile Gebietsbetreuung der parallel bestehenden Mieterhilfe unterstellt wird. Die festen Büros der Gebietsbetreuung werden von acht auf fünf reduziert. Dort sollen künftig alle 23 Bezirke betreut werden. Bisher hatten nur 18 Bezirke einen fixen GB-Standort, 1., 13., 19., 22. und 23. kommen neu dazu. Die künftigen fünf Auftragnehmer werden in einer EU-weiten Ausschreibung ab Juni bis Jahresende ermittelt.

Nötig wird die Verschlankung, weil der Budgetrahmen von 36 Millionen Euro für sechs Jahre gleich bleibt. Die Gebietsbetreuung soll deshalb künftig etwa dort abziehen, wo die Bevölkerung "uns nicht mehr braucht", sagt Ludwig. Als Beispiel nennt er den neuen Stadtteil Monte Laa im zehnten Bezirk. Schwerpunkte sollen dafür in Neubaugebieten wie dem Carrée Atzgersdorf und Donaufeld sowie in potenziell konfliktbeladeneren Grätzeln etwa in Favoriten, Simmering und Rudolfsheim gesetzt werden. (cmi, 8.6.2017)

  • Die 23 Wiener Bezirke sollen künftig in fünf Büros der Gebietsbetreuung zusammengefasst werden.

    Die 23 Wiener Bezirke sollen künftig in fünf Büros der Gebietsbetreuung zusammengefasst werden.

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