Österreich-Werbung erwartet stabile Sommersaison

7. Juni 2017, 15:52
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Wien könnte als Alternative zu Paris und London punkten – Sommermarketing wirbt in 22 Ländern mit "alpinem Lebensgefühl" – Großteil der Seilbahnen auch im Sommer in Betrieb

Wien – Der heimische Tourismus ist nach einem schwierigen Winter gut in das Jahr gestartet: In den ersten vier Monaten wurden mit 54,1 Millionen um 1,2 Prozent mehr Übernachtungen gezählt, die Ankünfte stiegen im selben Zeitraum um 2,1 Prozent auf 13,7 Millionen. Die österreichischen Tourismuswerber blicken traditionell optimistisch auf die Sommersaison, große Sprünge werden aber nicht erwartet.

Ob das Rekordergebnis von 2016 übertroffen werden kann, ist unsicher, so Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich-Werbung am Mittwoch. Im vorigen Sommer verbuchten die heimischen Tourismusbetriebe 73 Millionen Nächtigungen (plus 5,1 Prozent gegenüber 2015) und 23 Millionen Ankünfte (plus 4,9 Prozent).

Europaweit prognostiziert die Welttourismusorganisation UNWTO der Branche 2017 ein Wachstum zwischen 2 und 3 Prozentpunkten. Buchungen nach Frankreich, insbesondere Paris, haben laut Stolba aber massiv abgenommen. Deutliche Rückgänge seien auch in Großbritannien, vor allem in London, zu beobachten. "Paris und London sind Städtetrips", so Stolba, Wien könnte da als Alternativdestination punkten. In die Türkei ziehe es ebenso weniger Urlauber, dafür profitieren laut Stolba Mittelmeerregionen wie Spanien und Italien. Neu auf der Urlaubslandkarte seien Länder wie Albanien, aber auch der Norden Europas, Skandinavien und Island, würde sich großer Beliebtheit erfreuen.

Deutsche zweitwichtigste Gruppe

Positive Entwicklungen für den heimischen Tourismus seien besonders von Urlaubern aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden aber auch aus China zu erwarten. Neben Österreichern, die 34 Prozent der Sommergäste ausmachen, sind Urlauber aus Deutschland mit 30 Prozent die zweitwichtigste Zielgruppe, gefolgt von Reisenden aus den Niederlanden sowie der Schweiz. Durch die allgemeine Sicherheitslage würden die Menschen eher darüber nachdenken, im Nahgebiet zu bleiben.

Potenzial gebe es noch im CEE-Raum, gute Zuwächse seien etwa bei tschechischen Gästen zu verzeichnen. Die Briten würden sich ihre Urlaubspläne von den Brexit-Diskussionen nicht vermiesen lassen. Bei chinesischen Urlaubern werde das Publikum jünger und naturaffiner, sie würden nun auch auf höhere Qualität setzen. Der russische Markt habe sich erholt, es gebe dort wieder mehr Nachfrage für Urlaub in Österreich. "Russen kommen aber eher im Winter."

Der heimische Tourismus will Reisende freilich nicht nur mit dem Sicherheitsargument sondern mit attraktiven Angeboten locken. "Wir werben mit dem alpinen Lebensgefühl weltweit in 22 Märkten", so Stolba. "Das Bergerlebnis ist für Gäste einer der wichtigsten Gründe für einen Sommerurlaub in unserem Land", so Seilbahn-Obmann Franz Hörl.

205 Seilbahnen in Betrieb

205 der 253 österreichischen Seilbahnen sind auch im Sommer in Betrieb, die Unternehmen erwirtschafteten 2016 mit 191 Mio. Euro bereits 15 Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes in der warmen Jahreszeit. Im vergangenen Sommer gab es sowohl bei den Ersteintritten als auch bei den Beförderungen ein Plus von fünf Prozent. Von über 17.000 Mitarbeitern sind zwischen einem Drittel und der Hälfte das ganze Jahr bei den Seilbahnen beschäftigt. (APA, 7.6.2017)

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